Tränenreiches Geständnis

Ingolstadt (intv) Vor knapp einem Jahr, am zweiten Weihnachtsfeiertag, kam es in einem Mehrfamilienhaus in Pfaffenhofen zu einer Messerstecherei. Ein 56-Jähriger soll mit einem Küchenmesser mehrmals auf seinen Nachbarn und dessen Sohn eingestochen haben. Heute war am Ingolstädter Landgericht Prozessauftakt.

Der Prozess begann mit einem Geständnis: „Ich bereue so viel.  Es tut mir alles so leid. Ich würde es gern rückgängig machen“, sagte der Angeklagte unter Tränen. Der Tat geht ein langjähriger Streit mit den Nachbarn voraus. Zu viel Lärm raubte dem Angeklagten den Schlaf, seine ganze Familie stand laut ihm psychisch unter Druck. Er wollte deshalb umziehen. Das wiederum führte zum Streit mit seiner Frau und seinem Sohn. Als diese am zweiten Weihnachtsfeiertag nach einem Streit die Wohnung verlassen und der Angeklagte über das Fenster seinen Nachbarn entdeckt, hat es ihm wie er sagt „die Sicherung rausgehauen“. Er schnappte sich ein 20 Zentimeter langes Küchenmesser, rannte ins Treppenhaus und stach dem Nachbarn in den Bauch, so der Beschuldigte. Es kam zum Gerangel, dabei stach der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft auch auf den Sohn des Nachbarn ein. Der Angeklagte selbst kann sich daran nicht erinnern. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag in zwei Fällen mit gefährlicher Körperverletzung. Am Nachmittag hat die Zeugenvernehmung begonnen.Insgesamt sind fünf Verhandlungstage angesetzt.