Trachtenforschung in Mittelfranken

Heuberg / Weißenburg (intv) Dirndl und Lederhose gehören nicht nur auf dem Oktoberfest, sondern auch auf vielen kleineren Volksfesten einfach dazu. Regionale Tracht tragen die Festbesucher dabei jedoch kaum, sondern Modelle diverser Bekleidungsketten oder gar vom Discounter. Und das obwohl jede Region ihre ganz eigenen Trachtenbesonderheiten hat. Über diese klärt Evelyn Gillmeister-Geisenhof auf. Sie leitet die Trachtenforschungs- und -beratungsstelle des Bezirks Mittelfranken. Dort gibt es unter anderem ein großes Depot mit alten Trachten. Diese zu erhalten ist nicht so leicht, verriet uns Gillmeister-Geisenhof, denn zu leicht können sich Motten und andere Schädlinge darin einnisten. Deshalb sind all ihre Schätze speziell verpackt und werden regelmäßig kontrolliert.

Die Hauptarbeit der Trachtenliebhaberin ist jedoch die Forschung. „Wir versuchen hier die historischen Kleider im Zusammenhang mit Geschichte und den Modeerscheinungen darzustellen.“ so Evelyn Gillmeister-Geisenhof gegenüber intv. „Tracht war nie statisch, sie hat sich immer mit den Generationen verändert, zum Beispiel ist bei einer Hochzeit stets die neueste Mode mit eingeflossen.“

Die neueste Mode kam früher wie heute aus den Großstädten. So lassen sich nicht nur bei einem Hochzeitsmieder aus Greding Münchner Einflüsse erkennen. Auch die sogenannten „Münchner Riegelhauben“ verbreiteten sich schnell im mittelfränkischen Raum.

Neben der Forschung und Archivierung ist Evelyn Gillmeister-Geisenhof auch beratend tätig. Museen, Vereine und Privatpersonen können sich jederzeit zum Thema „Tracht“ von ihr beraten lassen. Zudem finden regelmäßig Seminare und Nähkurse statt. Mehr Informationen zur Trachtenforschungs- und -beratungsstelle finden Sie unter www.trachtenforschung.de

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