Tödliche Entenjagd: Verteidigung plädiert auf Freispruch

Geisenfeld (intv) Im Prozess um die tödliche Entenjagd an Silvester 2013 bei Geisenfeld wurden heute vor dem Landgericht Ingolstadt die Plädoyers gehalten. Damals war eine Jagdgesellschaft auf einem Weiher unterwegs, als ihr Boot plötzlich kenterte – zwei Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Für den angeklagten Jagdherren Siegmund B. ein traumatisches Erlebnis, das ihm auch zwei Jahre danach noch schlaflose Nächte bereitet – und auch heute ist der 70-Jährige im Gerichtssaal immer wieder in Tränen ausgebrochen. Sein Verteidiger beschrieb den Unfall bei der Verkündung seines Plädoyers als Tragödie, bei dem zwei gute Freunde gestorben sind. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand stets die Frage, ob der Angeklagte bei der Entenjagd als Veranstalter in Erscheinung getreten ist. Die Verteidigung hat das ganz klar mit nein beantwortet – sie forderte Freispruch für den Angeklagten. Staatsanwalt Nicolas Kaczynski sieht den Fall etwas anders. Als erfahrener Veranstalter sei es die Pflicht des Angeklagten gewesen, die Jagdteilnehmer über die Gefahren aufzuklären und Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Kaczynski beantragte wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen eine Geldstrafe. Der Jagdpächter wurde bereits in erster Instanz vor dem Amtsgericht Pfaffehofen zu einer Geldstrafe verurteilt, legte aber Berufung ein. Ein Urteil wird Mitte März erwartet.