Todesschütze war Jäger und Sportschütze

Ingolstadt (intv) Hilfsbereit und freundlich – so beschreiben Nachbarn den Mann, der vor zwei Tagen in Ringsee einen 48-Jährigen erschossen und sich anschließend selbst gerichtet hat. Nun werden langsam mehr Einzelheiten aus dem Leben des Todesschützen aus Großmehring bekannt. So war der 43-Jährige aktiver Sportschütze und Jäger, hatte angeblich psychische Probleme. Wäre die Bluttat auch möglich gewesen, wenn der Täter keinen Waffenschein gehabt hätte?

Es waren neun Schüsse aus nächster Nähe. Sechs in den Kopf, jeweils einer in den Oberkörper, Schulter und Knie. Das Opfer hatte keine Chance. Der Todesschütze von Ringsee besaß einen Waffenschein, hatte eine große Sammlung verschiedenster Revolver und Pistolen zu Hause. CSU-Stadtrat und Ehrenschützenmeister Otto Sixl weiß: Die Debatte um ein strengeres Waffengesetz beginnt nun erneut: „Das Waffengesetz in Deutschland ist weltweit eines der strengsten, ich glaube, so einen Vorfall wie in Ingolstadt hätte selbst mit strengeren Gesetzen nicht verhindert werden können.“ Erst Anfang dieses Jahres haben Beamte des Landratsamtes Eichstätt den Sportschützen kontrolliert und keine Auffälligkeiten festgestellt. Ehrenschützenmeister Sixl ist sich sicher: Wer es darauf anlegt, der kann sich eine Waffe besorgen, Gesetz hin oder her. Er befürchtet nun, dass die Menschen in Zukunft das in seinen Augen schöne Hobby der Sportschützen mit den erschreckenden Ereignissen der vergangenen Wochen in Verbindung bringen