Zusatzqualifikation für Airbus-Ingenieure

Manching (intv) Bislang liegen nur Zahlen vor und die sind bitter genug. Etwa 1.000 Arbeitsplätze will Airbus Defence and Space im  Manchinger Werk abbauen, das sind 25 Prozent der Belegschaft. Vor allem die
Techniker und Ingenieure der Flugzeugschmiede sind betroffen. Das Rüstungsgeschäft geht zurück, die Eurofighter-Produktion läuft 2017 aus und über Wartungsaufgaben hinaus fehlt eine zukünftige Auslastung.
Noch hoffen Arbeitnehmervertreter, noch kämpfen sie um die Jobs, doch aus der wirtschaftlichen Realität heraus ist weniger das Ob sondern das Wann entscheidend.

Allerdings: so schlimm der Verlust eine Arbeitsplatzes auch ist, der regionale Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig, in den klassischen Berufen werden erfahrene Kräfte händeringend gesucht. Und auch
die Spezialisten können hoffen. Denn mögen auch die Jobs in der bayerischen Luft- und Raumfahrtindustrie eher rar gesät sein, im Fahrzeugbau herrscht Hochkonjunktur. Dementsprechend gefragt
sind technische Fertigkeiten. Allerdings: Flugzeuge bauen ist eine, Autos bauen eine andere Sache. Grundsätzlich aber sind die Fragestellungen dieselben: Elektronik, Antrieb, Sicherheit – die
Dimensionen machen den Unterschied, das technische Grundgerüst ist ähnlich, das Streben nach Innovationen steht in beiden Breichen obenan.

Als eine Art Brückenbauer sieht sich die Ingolstädter Technische Hochschule. Aus den Erfahrungen der wissenschaftlichen Weiterbildung heraus werden dieser Tage Studiengänge entwickelt, die das zusätzliche Know-How für die neue Branche vermitteln. Je nach Berufserfahrung verkürzen sich die Studienzeiten. So könnten Techniker nach sechs Semester ihren Bachelor, Ingenieure nach drei Semester ihren Master erhalten. „Noch ist nichts in trockenen Tüchern“, sagt Prof. Thomas Doyé, der Leiter der Akademischen Weiterbildung, dennoch bauen er und sein Team vor, denn es gelte den Betroffenen Chancen für neue
berufliche Perspektiven zu eröffnen und die Arbeitskräfte in der Region zu halten. Eine „Umschulung“ aber ist auch für die THI Neuland. Erste Gespräche mit Airbus Defence and Space sind
schon erfolgt, so lässt sich mit einer Bestandsaufnahme über die Aufgabenfelder vorab der Kenntnisstand der Ingenieure bestimmen, was wiederum die Gewichtung der Themenmodule
ermöglicht. Kontakte zur Automobilindustrie sollen folgen, denn erst wenn Anforderungen geklärt sind, lassen sich die Seminare passgenau
gestalten.