Tag des Wolfs: Naturschützer wollen aufklären

Ingolstadt (intv) 150 Jahre war er ausgerottet. Seit einigen Jahren ist er zurück in seiner alten Heimat: der Wolf. Auch in Bayern. Neben der Freude über die Rückkehr des Tieres gibt es mancherorts Skepsis und Verunsicherung, gerade unter den Landwirten. Grund genug für Naturschützer, den 30. April als „Tag des Wolfes“ auszurufen, um mit dem Märchen über den „bösen Wolf“ aufzuräumen.

Wölfe gehören in unsere Landschaft, genauso wie Rehe, Bieber und Wildschweine. Das sagen 79 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa für den  Naturschutzbund herausgefunden. Schäfer Markus Schenk sieht das wohl anders. Es sorgt sich um seine Schafe, die auf dem Truppenübungsplatz in Hohenfels im Landkreis Neumarkt weiden. Bereits im vergangenen Jahr ist ein Wolf dort in eine Fotofalle getappt.

Das Thema Wolf ist bei vielen Menschen mit Ängsten verknüpft. Seit sich die Tiere wieder in Deutschland ansiedeln, kommt es zu Konflikten, etwa weil die Wölfe Nutztiere reißen. Willi Reinbold, Wolfsbeauftragter vom Landesbund für Vogelschutz Bayern, weiß um die Verunsicherung und möchte aufklären. Er ist überzeugt, dass Wolf und Mensch friedlich nebeneinander leben können. Er betont, dass innerhalb der vergangenen 20 Jahre kein Mensch in Deutschland und Europa von einem Wolf getötet wurde.

Auch über die Skepsis der Landwirte ist sich Reinbold im Klaren. Er glaubt aber, dass mit gewissen Schutzmaßnahmen ein Zusammenleben mit dem Wolf möglich ist: dazu gehört ein mindestens 90 Zentimeter hoher Elektozaun mit 3000 Volt und ein Herdenschutzhund.

Wo der nächste Wolf in Bayern herumstreift, steht noch in den Sternen. Sicher ist aber: Wir müssen uns mit den Wölfen arrangieren. Denn: Bislang schützen sie deutsche und europäische Gesetze. Es ist verboten, sie zu fangen oder zu töten.