Täglich ein Reisebus voller Neubürger: Wachstumsdruck diskutiert

Pfaffenhofen (intv) Jeden Tag kommt ein voller Reisebus in München an. Dann steigen 80 Menschen aus und bleiben für immer dort. So hat die Immobilienexpertin Heike Piasecki das momentane Bevölkerungswachstum anschaulich dargestellt, zum Auftakt einer Podiusmdiskussion in der Münchner Volkshochschule. Im Auftrag der Industrie- und Handelskammer hatte Piasecki eine Studie erstellt, die den Zuzug und die Folgen für die Infrastruktur der Landeshauptstadt genau analysiert. Die steigenden Mieten werden zunehmend zum Problem, auch für Menschen, die ein durchschnittliches Einkommen haben. Der Wachstumsdruck wirkt sich auch auf das Umland aus. Das spürt nicht nur der Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel, sondern auch der Bürgermeister von Pfaffenhofen. Thomas Herker und sein Stadtrat wollen allerdings nicht in den Sog der Großstadt geraten, die möglichst viele Wohnungen bauen läßt. Moderates Wachstum ist das Ziel an der Ilm. Denn mehr Wohnungen ziehen auch mehr Pendler an. Dadurch steigen nicht nur die Preise und Mieten, sondern auch das Verkehrsaufkommen. Pfaffenhofen versucht dagegen Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen. Schon heute sind fast 40 Prozent der Arbeitnehmer im Landkreis Pendler. Thomas Herker ist daher froh, dass sich die Stadtväter in den 70er Jahren gegen einen S-Bahnanschluss für Pfaffenhofen entschieden hatten. Diese Aussage hat einige verblüfft bei der Veranstaltung des Münchner Forums.