Strom und Wärme aus Holzpellets und Abfall

Pfaffenhofen (intv) Bei Feuerwehreinsätzen, bei Veranstaltungen in abgelegenen Gegenden und überall dort, wo es überhaupt kein Stromnetz gibt, kommen Dieselgeneratoren zum Einsatz. Weltweit. Deshalb richtet ein Unternehmen aus Düsseldorf sich auch für den Weltmarkt aus. Und zwar am Entwicklungsstandort Pfaffenhofen. Hier auf dem Geländes des Biomasseheizkraftwerkes sind jetzt unter der Kontrolle des Fraunhofer Instituts erfolgreiche Versuche abgelaufen, mit dem neu entwickelten Mikro-Biomasse-Generator E3. Der erzeugt Strom und Wärme aus Holz, Bambus und sogar organischen Abfällen. Das Material wird in einem komplexen Verfahren zu einem hochwertigen Synthesegas umgewandelt. Dieses Gas treibt bei der Verbrennung einen Motor an, der wiederum einen Generator zum Laufen bringt, der Strom erzeugt. Die Abwärme kann man zum Heizen nutzen oder auch in Kälte umwandeln. Die wird in Entwicklungs- und Schwellenländern ohne Stromnetz oft zum Kühlen von Lebensmitteln und Medikamenten gebraucht. Julien Uhlig ist zufrieden mit dem Versuch. Der hat gezeigt, wie gleichmäßig die Anlage läuft. Seine Firma Entrade hatte das Unternehmen Agnion in Pfaffenhofen übernommen. Das war von der Technischen Universität München gegründet worden, ging jedoch insolvent. Auch der Bund und der Freistaat unterstützen das Projekt Holzstrom. Seit 2008 mit dabei war Michael Hofmeister. Der leitende Ingenieur hatte schon während des Studiums auf dem elterlichen Hof eine Anlage mit einem Holzvergaser konstruiert. Diese Erfahrung konnte er als Praktikant in das Projekt einfließen lassen. Jetzt hat die Weltbank zwei Anlagen bestellt, die in Uganda ein Dorf mit 400 Einwohnern mit Strom und Kühlkälte versorgen sollen.