Streit um das Kongresshotel

Ingolstadt (intv) Bis das Kongresshotel in Ingolstadt fertig ist, dauert es noch eine Weile. Das geplante Hotel soll von einer internationalen Hotelkette betrieben werden. Eine Interessengemeinschaft von Hoteliers und Gastronomen aus der Region sieht allerdings einen Wettbewerbsnachteil für bereits ansässige Hoteliers. Wegen diesem und weiteren Vorwürfen hat der Verband nun Brüssel eingeschaltet.

Die IGHOGA, eine Interessengemeinschaft der Hoteliers und Gastronomen, hat am 04. Juli bei der Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission eine Beschwerde eingereicht.

Kern der Vorwürfe ist die bauliche Verknüpfung des Kongresszentrums mit dem Hotel. Nach Ansicht der Hoteliers erhält die Maritim-Gruppe dadurch einen Wettbewerbsvorteil, weil sie Räume im Kongresszentrum mitnutzt und somit nicht in eigene Tagungsräume investieren muss. Hinzu kommt, dass die Konditionen zur Nutzung dieser Räume nicht Marktkonform erscheinen.

Neben dem Kernvorwurf gibt es zahlreiche andere Aspekte, aus denen sich rechtliche Zweifel ergeben.

Der Verband möchte keines Wegs das Hotel verhindern, sondern nur die selben fairen Bedingungen schaffen, die auch für die ansässigen Hotels gelten.

Die auf europäisches Wettbewerbsrecht spezialisierte Kanzlei in Brüssel erwartet in einem Jahr eine erste Entscheidung der EU-Kommission und sieht gute Chancen.

Die IFG Ingolstadt als Betreiber des Kongresszentrums wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Ob das Hotel nun wie geplant gebaut und betrieben wird, ist noch offen. Laut Rechtsanwalt Bartosch kommt es vor, dass sich Investoren oder Betreiber bei Veränderung der Vertragsbedingungen von einem Vorhaben zurückziehen.