Stille Helfer

Ingolstadt (intv) Diana und Dirk sind Kriseninterventionshelfer. Bei einem plötzlichen Todesfall sind die beiden für die Hinterbliebenen da. Trösten, hören zu, geben Kraft. Manchmal müssen sie auch Todesnachrichten an Angehörige überbringen, zusammen mit der Polizei. Ein Ehrenamt, das viel fordert und bei dem die Helfer gerne still und im Verborgenen arbeiten. „Das ist ein erstaunliches Phänomen der Krisenintervention, wir reden nicht viel. Wir schauen uns an und wissen sofort Bescheid, wer was zu tun hat.“, erklärt Dirk.

28 Personen engagieren sich beim Ingolstädter Kriseninterventionsdienst, kurz KID. Die Ausbildung gilt als die längste im Ehrenamt, allein 160 Theoriestunden sind notwendig. Dann kommt noch die Praxis dazu. Schließlich müssen die Kriseninterventionshelfer rund um die Uhr einsatzbereit sein. Wer beim KID anfangen möchte, muss mindestens 23 Jahre alt sein. In diesem Jahr haben die Ehrenamtlichen in Ingolstadt rund 700 Einsatzstunden geleistet und dabei 580 Personen betreut. Derzeit sucht das Ingolstädter Team dringend Personen, die unter der Woche Zeit haben.

In der Regel fahren die Ehrenamtlichen in 2er Teams zum Einsatz. Das ist wichtig, vor allem für die Einsatznachbesprechung. Jeder muss dem anderen blind vertrauen können. „Für mich ist unser Team ganz entscheidend. Wir sind ein nette und lustige Truppe und das bringt mir persönlich ganz viel. Es ist eigentlich die KID-Familie bei uns.“, erzählt Diana.

Diana und Dirk sind schon jahrelang beim KID. Bei ihren Einsätzen werden sie mit schlimmen und traurigen Bildern konfrontiert. Das stößt vor allem im Bekanntenkreis oft auf Unverständnis. Diana und Dirk haben sich aber ganz bewusst für den Kriseninterventionsdienst entschieden.

„Diesen Dank, den wir von den Angehörigen kriegen, der kommt so von Herzen. Das gibt uns wahnsinnig viel. Es ist ein unheimlich ehrliches Gefühl und das ist sozusagen der Lohn für unsere Arbeit.“

Wir hoffen wohl alle, dass wir den Kriseninterventionsdienst nicht brauchen. Es ist aber beruhigend und gut zu wissen, dass wir bei Menschen wie Diana und Dirk gut aufgehoben wären.