Stickoxid und Feinstaub: so funktioniert die Messstation in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Über unsere Luft und wie sauber sie ist diskutieren im Moment Umweltschützer, Ärzte, Politiker und Co. Die einen fordern, die Grenzwerte für Stickstoffdioxid nach oben zu setzen. Die anderen wollen an den Werten festhalten und kämpfen für Maßnahmen, welche die Luft reiner machen sollen – wie etwa Dieselfahrverbote. Auch in Ingolstadt gibt es eine Messstation des Landesamt für Umwelt. Die Werte liegen an der Rechbergstraße deutlich unter den Grenzwerten. Wie die Station funktioniert, das haben sich intv Reporter Marlene Kukral und Fabian Hell erklären lassen.

Stickoxide sind Gase, die sich zum Beispiel in der Abgasluft von Autos finden. Die Messstationen des Landesamt für Umwelt messen den Stickoxidgehalt in der Luft. Aber auch Feinstaubmessgeräte sind auf dem Dach. Die gesammelten Feinstaubpartikel landen eine Etage weiter unten, wo die Messgeräte sind. Auf einer Banderole wird der Staub in Form von Punkten gesammelt und ausgewertet.

Die Stickoxide laufen mit einem konstanten Luftstrom durch ein Glasrohr zum Analysegerät. Das filtert sich genau das Gas raus, welches es messen möchte. Die Oxid-Werte gibt das Gerät jede halbe Stunde aus. Wenn die Messwerte erhöht sind, bekommt das die Zentrale sofort mit.

Einmal in der Woche kommt ein Mitarbeiter des Landesamt für Umwelt an der Messstation vorbei, um die Scheiben beim Feinstaubfilter zu wechseln. Die Messgeräte prüfen sich aber jeden Tag selbst, zum Beispiel mit Hilfe eines Prüfgases. So merkt das LfU sofort, falls ein Analysegerät nicht mehr richtig funktioniert.

Transparenz ist dem Landesamt für Umwelt wichtig. Die aktuellen Messwerte kann jeder online einsehen. In Ingolstadt misst die Station einen Anstieg der Sickstoffdioxidwerte zu den Berufspendlerzeiten. Im Jahresschnitt sind die Werte laut LfU aber unbedenklich.

Für den Standort einer Messstation gibt es natürlich auch Vorgaben. Sie sollte nicht weiter als zehn Meter von einer Straße entfernt stehen. Von einer Kreuzung allerdings wenn möglich mindestens 25 Meter entfernt sein. An der Rechbergstraße sind diese Anforderungen nur teilweise eingehalten. Das Landesamt für Umwelt ist deshalb mit der Stadt bereits im Gespräch über einen neuen Standort.