Stellenabbau bei Osram: „Nicht notwendig und nicht haltbar“

Ingolstadt/Eichstätt (intv) „Die Mitarbeiter werden nicht informiert, der Umgang des Managements ist nicht haltbar“, kritisiert Bernhard Stiedl, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall den angekündigten Stellenabbau des Leuchtmittelherstellers Osram. Die Gewerkschaft bläst deshalb zum Kampf um jeden einzelnen Arbeitsplatz.  Dass beim Leuchtmittelhersteller Osram ein massiver Stellenabbau angedacht ist, kommt überraschend und unvermittelt, allen voran für die Mitarbeiter in Eichstätt. Die Stimmung in der Belegschaft sei dementsprechend, so Betriebsratsvorsitzender Hubert Roßkopf. Bei einem Pressegespräch heute Vormittag meldete er sich  erstmals öffentlich zu Wort: „Die Stimmung ist schlecht. Die Belegschaft ist überrascht worden, im Prinzip vor ihrem Urlaub mit Informationen überwiegend aus den Medien, dass ein großer Personalabbau bevorstehen würde. Dann kann man sich vorstellen, jeder hat natürlich Existenzängste“, so Roßkopf. „Große Betroffenheit, große Enttäuschung auch, dass das Management nicht den Mut hat, sich vor die Belegschaft zu stellen und zu sagen, in welchem Umfang überhaupt Personal abgebaut werden soll und auch zu begründen, warum“, kritisiert Bernhard Stiedl, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall. Eine derartige Vorgehensweise der Betriebsleitung habe Bernhard Stiedl in seiner Zeit als Gewerkschaftsfunktionär so noch nicht erlebt. Eine konkrete Zahl der zu streichenden Stellen wird nicht genannt, es kursiert jedoch noch immer das Gerücht von bis zu 300 Mitarbeitern, das wäre knapp die Hälfte der in Eichstätt Beschäftigten. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, sieht Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl sogar den Standort Eichstätt in Gefahr. Ihn überrascht vor allem der Zeitpunkt der Ankündigung: „Politisch gesehen ist es so, dass das Halogenverbot zum 1. September 2016 vor der Tür steht, aber es ist schon seit Jahren klar, dass dieses Verbot im September 2014 überprüft wird und im Moment sind die Anzeichen so, dass es eine Verlängerung gibt, dass heißt, dass das Verbot auf 2018 verschoben wird. Umso mehr wundert es mich, dass kurz davor die Betriebsleitung von Osram einen Personalabbau ankündigt, bei dem sie noch von 2016 ausgeht. Die paar Wochen hätte man auch noch warten können. Demnächst sind Gespräche mit der Geschäftsleitung in München anberaumt, konkrete Zahlen sollen auf den Tisch kommen. Die IG Metall hat bereits Forderungen aufgestellt: „Wir wollen keinen Personalabbau, wir wollen den Standort sichern und wir werden dann einen sogenannten Sozialtarifvertrag fordern, in dem wir unsere Forderungen rechtssicher festschreiben und dafür werden wir in endgültiger Konsequenz auch streiken“, kündigt Bernhard Stiedl an. Denn die IG Metall als Gewerkschaft lässt sich nicht erpressen, auch nicht von Osram, so Stiedl.