Startbahnfertigstellung in Sicht

Neuburg a.d. Donau (intv) Hände schütteln und Neujahrsgrüße übermitteln: Der Kommodore Frank Gräfe hat, neben Stellvertreter Oberstleutnant Holger Neumann, buchstäblich alle Hände voll zu tun, seine mehr als 200 Gäste zum Neujahrsempfang in der Wilhelm-Frankl-Kaserne in Neuburg zu begrüßen. Und er hat viel zu erzählen, war er doch die vergangenen sechs Monate im Einsatz in Afghanistan. „Das war mein erster Einsatz. Dabei hat mir die internationale Zusammenarbeit am besten gefallen. Ich war dort in einem Hauptquartiert eingesetzt mit 48 verschiedenen Nationen, natürlich alle NATO-Staaten, aber auch Nicht-NATO-Mitglieder, wie die Mongolei, Honduras und Australien. Ich war dort als Berater für das Verkehrsministerium zuständig, also eine zivile Beratungstätigkeit. Und Aufgabe ist es, dass die Afghanen jetzt ihre eigene Luftraumstruktur aufbauen, das was in Deutschland die Flugsicherung macht und dass die Afghanen vier internationale Flugplätze übernehmen“, berichtet der Kommodore.

Umrahmt wurde der Festakt von der Schulband der Paul-Winter-Realschule. Das vergangene Jahr war geprägt von der Luftraumsicherung im Baltikum, referiert Gräfe vor seinen Gästen, Vertreter aus Militär, Politik, Industrie und Gesellschaft und vom Pendeln nach Lechfeld. Dort sind nämlich die Eurofighter und gut die Hälfte der Belegschaft stationiert. Doch ein Ende des Provisoriums ist in Sicht: „Lager Lechfeld ist seit der Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 vor jetzt fast zwei Jahren unser zweiter Standort und die primäre Aufgabe ist, unser Ausweichflugplatz zu sein. Die Tatsache, dass wir jetzt gerade dort operieren, ist dem Umstand geschuldet, dass hier die Start- und Landebahn renoviert wird und das sollte bis Juni dann wieder beendet sein“, so Gräfe.

Die Start-und Landebahn soll mit einer speziellen, rutschfesten Asphaltschicht ausgestattet und bis Mitte des Jahres fertiggestellt sein. Insgesamt 28,5 (einhalb) Millionen Euro werden investiert. Das war bereits Ende 2014 geplant, doch bei den Bauarbeiten an der Startbahn wurden mehr als zehn Bomben im Erdreich gefunden, was, so Gräfe, zu den Verzögerungen geführt hat. Ab Juni will die Alarmrotte den Flugbetrieb in Neuburg wieder aufnehmen, dann ist es mit der Ruhe allerdings auch wieder vorbei.