Stadtratssitzung Schrobenhausen: Rege Zuschauer, viele Streitpunkte, wenig Einigung

Schrobenhausen (intv) Drei Leute, vier Meinungen. In Schrobenhausen sorgte gestern so mancher Tagesordnungspunkt im Stadtrat für viel Wirbel und Murren. Auf der Liste stand Hörzhausen mit der Sanierung seiner maroden Heubrücke und dem neuen Feuerwehrhaus ganz oben. Doch auch zwei Bebauungspläne sorgen bei den Schrobenhausenern für Unmut.

Hörzhausen stand als erstes im Mittelpunkt. Die freiwillige Feuerwehr braucht mehr Platz und wünscht sich seit einiger Zeit ein neues Feuerwehrhaus. Die Planung des Neubaus läuft inzwischen auf Hochtouren. In seiner letzten Sitzung hatte sich der Stadtrat bereits mit den Kosten auseinandergesetzt: 900.000 Euro wollten einige Stadträte maximal ausgeben, die Vorstellungen der Feuerwehr seien aber nur für gut 1,1 Mio Euro umsetzbar. Dabei geht es bei Weitem nicht um Luxus. Seit gestern ist klar, dass die Kosten mit knapp 1,3 Mio eingeplant werden. Die Anforderungen haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten verändert. Getrennte Duschen und Platz für Übungen in den Hallen sind nur zwei Beispiele.

Ein weiterer Streitpunkt im Ortsteil: eine Feldbrücke. Die Heubrücke ist seit Dezember wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt. Weil eine Sanierung nicht mehr möglich ist, müsste die kleine Brücke abgerissen oder neu gebaut werden. Kostenpunkt: rund 260.000 Euro. Wer dafür aufkommt ist nicht eindeutig geklärt. Zwar hat die Stadt Schrobenhausen die Brücke 1964 und 1996 schon einmal repariert, doch eigentlich handelt es sich um keine öffentlich gewidmete Brücke. Damit wären die Anlieger in der Pflicht.

Auch wenn die Brücke als Notbrücke und zur Naherholung dient: Ob die stadt überhaupt rein rechltich für die Kosten aufkommen dürfte, ist nicht klar. Die Baulast der Brücke müsse erst geprüft werden, Die Stadt könne ja nicht einfach Spenden verteilen. In einem Punkt waren sich die Beteiligten aber einig: eine Lösung muss schnellstens her, denn schon Mitte Februar wollen die Bauern ihre Gülle auf die Felder bringen

Zu guter Letzt wurden zwei Bauprojekte auf die Probe gestellt. Die Anwohner der Waldeckstraße können sich nicht mit den Bebauungsplänen der Nachbargrundstücke anfreunden. Weil die Höhe und Lage der zukünftigen Häuser noch strittig ist, hat sich der Stadtrat dazu entschlossen, dass ein neuer Vorschlag auf den Tisch muss.
Danach kam der Bebauungsplan des Reifen Schubert Areals in die Runde. Nach kurzer Diskussion hat der Stadtrat den vorgelegten Plan mit 14 Für- und 11 Gegenstimmen angenommen.