Stadtrat Ingolstadt: Zwist und Entscheidungen

Ingolstadt (intv) Die erste Stadtratssitzung in diesem Jahr dauerte bis weit nach Mitternacht. Die gestrige ging nicht ganz so lange, dafür herrschte ordentlich dicke Luft. Anlass für einen aggressiven Streit war ein Antrag der Bürgergemeinschaft Ingolstadt mit dem Ziel, dass Ingolstadt dem Verein Transparency International beitritt.

Äußerst verstimmt waren die Stadträte vor allem über die Begründung von BGI-Fraktionschef Christian Lange. Das Verwaltungshandeln entspreche nicht immer den heutigen Anforderungen an Transparenz und Korruptionsbekämpfung, so Lange, der damit fast den ganzen Stadtrat gegen sich aufbrachte. Alt-OB Alfred Lehmann sprach von Rufmord, Christine Haderthauer von einer menschlichen Sauerei. Der Antrag, die Rednerliste zu beenden, machte dem dann ein Ende.

Ohne Zwist kam das Thema Technologiezentrum IN-Campus auf den Tisch. Gestern stimmten die Stadtratsmitglieder dem Sanierungsvertrag zu, der mit der IN-Campus GmbH geschlossen wird, an der Audi mehrheitlich und die Stadt selbst beteiligt sind. Die gut dokumentierten belasteten Stellen auf dem 75 Hektar großen ehemaligen Bayernoil-Raffineriegelände werden saniert.

Neuigkeiten gibt es auch in Sachen geplanter Fusion der beiden Sparkassen Ingolstadt und Eichstätt. Als Zeitpunkt ist der 1.1.2017 angedacht, fusionsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die Zahl der Vorstände soll sich von fünf auf drei reduzieren. Dieter Seehofer scheidet 2017 ohnehin aus, Emmeran Hollweck aus Eichstätt hört 2018 auf. Der endgültige Fusionsbeschluss wird aber noch etwas auf sich warten lassen.