Stadtrat erhebt Einwände gegen Bundesverkehrswegeplan 2030

Eichstätt (intv) Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat Eichstätt bedacht. Das Ministerium stufte die Umgehungsstraße, die mitten durch den Naturraum Hessental, an Eichstätt vorbei führen soll, als „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ im Bundesverkehrswegeplan 2030 ein. Bis Mai sollen Bürger und Stadt dazu Stellung nehmen und ihre Meinung kundtun. Der Eichstätter Stadtrat hatte gestern am Entwurf so einiges zu bemängeln.

Geht es nach den Plänen von Verkehrsminister Dobrindt könnte sich durch das Hessental vorbei am Figurenfeld und mitten durchs Naturschutzgebiet in nicht mehr allzu ferner Zukunft eine Umgehungsstraße schlängeln. Oberbürgermeister Andreas Steppberger und seine Stadträte sehen beim derzeitigen Entwurf Korrekturbedarf: „Will man fordern, das ganze in einen noch höheren Bedarf schieben. Oder möchte man überhaupt am Trassenverlauf etwas ändern. Das sind Dinge, die wir heute im Stadtrat diskutieren müssen. Mein Vorschlag wäre hier ein Verweis auf unseren Flächennutzungsplan, wo auch eine Untertunnelung des Hessentals vorgeschlagen wurde, schon vor etlichen Jahren“, betont Oberbürgermeister Andreas Steppberger (FW).

Der Tunnel soll den Naturraum Hessental weitestgehend schützen. Darüber hinaus sind den Stadträten auch die Anliegen der Anwohner wichtig. Denn die Trasse verläuft sowohl an Landershofen als auch an Wintershof vorbei und trifft oberhalb der Jura-Hochstraße wieder auf die B13.

„Es ist ja nicht nur ein Spindeltal betroffen, sondern auch viele Anwohner an der Weißenburgerstraße, an der B13 generell, die sich durch unser Stadtgebiet schlängelt. Das sind für mich die wichtigsten Argumente, die Entlastung auch der Jura-Hochstraße und des Stadtgebiets und natürlich muss man auch den Kosten-Nutzen-Faktor sehen, der bei diesem Entwurf schon gegeben ist.“

32,6 Millionen Euro sind für die derzeitige Planung angesetzt. Zudem wäre eine Brücke über die Altmühl nötig. Den jetzigen Entwurf wollten die Stadträte am Ende korrigieren – mit sechs Gegenstimmen. Sie verweisen auf den Flächennutzungsplan, der unter anderem das Hessental als schützenswerten Naturraum ausweist und fordern gleichzeitig eine höhere Einstufung in „Vordringlicher Bedarf“, sowie einen zeitnahen Planungsstart.

Übrigens: Dem Bundesverkehrswegeplan ist zu entnehmen, dass sich der Trassenverlauf noch während der Planungsphase ändern kann.