Stachel im Gedächtnis der Stadt Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (intv) 18 meter lang und 1,7 Tonnen schwer ist der rote Stahlträger, der seit heute das Haus der Begegnung in Pfaffenhofen durchbohrt. Wie ein Stachel im Gedächtnis der Stadt. Schließlich ist im Haus der Begegnung die Bibliothek untergebracht. Die stellt für den Künstler Thomas Neumaier das kollektive Gedächtnis Pfaffenhofens dar. Deshalb bohrt sich hier nach seinem Entwurf der Stachel der Erinnerung durch die Mauer des altehrwürdigen Gebäudes. Die derzeit offene Mauer an der Stelle wird demnächst wieder geschlossen. Doch die Wunden der Vergangenheit sollen nicht vergessen werden. Deshalb wird Thomas Neumaier auch noch Fotoreliefs und Texte an der Südfassade installieren. Nicht nur die Opfer, auch die Täter werden damit dokumentiert. Das war lang nicht gewünscht. Zu groß war die Angst davor, die Nachfolger der damaligen Nationalsozialisten mit einer Schuld zu belasten, die sie nicht auf sich genommen haben.  Doch nach dem eindeutigen Votum im Stadtrat konnten diese Vorbehalte überwunden werden. Auch wenn sich manche Passanten hinter vorgehaltener Hand  immer noch skeptisch äußern. Doch eines ist nach der Montage des Stahlträgers klar geworden. Die Installation wirkt in der Realität wesentlich weniger spektakulär als in den Entwürfen. Allerdings ist sie ja noch nicht fertig. Der Stahlträger wird demnächst signalrot gestrichen. Und ein großes Foto an der Fassade ist dann bei der Einweihung im Herbst auch zu sehen. Neben weiteren Texten und Fotos in Form eines Frieses am Sockel des Gebäudes.