Staatsanwalt fordert 10 Jahre Haft für versuchten Mord im „Asien Palast“

Ingolstadt (intv) Staatsanwalt Jürgen Staudt hält an seiner Anklage fest – und die lautet auf versuchten Mord. Vor dem Ingolstädter Landgericht muss sich ein 48-Jähriger gebürtiger Türke verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seine Ehefrau auf deren Weihnachtsfeier im Ingolstädter Restaurant „Asien Palast“ heimtückisch mit einem Messer niedergestochen zu haben. Heute wurden im Prozess die Plädoyers gehalten und die könnten unterschiedlicher nicht sein.

Mit einem 20 cm langen Fleischermesser sei der Angeklagte auf seine Frau losgegangen. Für Verteidiger Reinhard Kotz steht jedoch keine Tötungsabsicht hinter der Tat: „Ich habe anstatt versuchten Mord eine Verurteilung wegen Körperverletzung gefordert. Das eine Mordmerkmal ist die Heimtücke gewesen, die Tat hat ja mitten im Restaurant stattgefunden, mit zahlreichen anwesenden Menschen. Hier von hinterhältigem Vorgehen zu sprechen, halte ich für nicht richtig. Das Zweite waren die niederen Beweggründe, aber in meinen Augen war es einfach nur eine gescheiterte Ehe, die eskaliert ist. Das würde ich nicht als niederen Beweggrund ansehen.“

Staatsanwalt Jürgen Staudt dagegen sieht hinter der Messerattacke niedere Beweggründe und eine geplante Tat mit Tötungsabsicht. Zwei Mordmerkmale sieht er bestätigt, der Angeklagte habe aus Heimtücke gehandelt und seiner Ehefrau den ersten Stich von hinten in den Rücken versetzt. Deshalb fordert er für den bisher nicht vorbestraften Angeklagten zehn Jahre Freiheitsentzug.

Die Ehefrau sei nur aufgrund des beherzten Eingreifens einiger Augenzeugen überhaupt noch am Leben, so Staudt. Einer musste seine Zivilcourage mit einer drei Zentimeter tiefen Stichverletzung bezahlen. Das Urteil wird kommenen Montag, am 15. Dezember, erwartet.

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar