„Sowas baut man nur einmal im Leben“

Zell/Neuburg a.d. Donau (intv) Er ist gut 25 Meter hoch und insgesamt 13 Millionen Euro schwer. Der neue Tower auf dem Gelände des NATO-Flugplatzes in Zell wächst stetig in die Höhe.  Mit der Umrüstung auf das neue Waffensystem Eurofighter begann beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg nicht nur für die Piloten eine neue Zeitrechnung. Auch die Infrastruktur am Boden wird Stück für Stück modernisiert. Im Sommer vor zwei Jahren war Spatenstich für das Flugkontrollgebäude, heute Vormittag wurde Richtfest gefeiert, denn Scherben sollen Glück für das künftige Wahrzeichen der Luftwaffe bringen.

Nahtlos wird der Kontrolltower an die bereits hochmodernen Gebäude der Feuerwache und der Piloten auf dem Fliegerhorst anknüpfen. Bauliche Finessen wie der Überhang oder die Glaskanzel verleihen dem Tower die markante Silhouette.  „So was baut man nur einmal im Leben“, beschreibt Thomas Sendtner, Projektleiter beim Staatlichen Bauamt Ingolstadt, das Bauvorhaben. „Das Gebäude und die Funktion sind sehr komplex. Da fließen viele Informationsflüsse zusammen im Kontrollturm. Radar ist ein Thema, das kommt im Zusammenhang mit dem Gebäude, das wird in Zukunft noch neu erstellt. Auch im Zusammenhang mit der jetzigen Sanierung der Stadt- und Landebahn ist so ein Thema für den Tower, das ist alles Infrastruktur, die hier am Platz momentan neu entsteht“, erklärt Sendtner.

Auf der Großbaustelle sind zahlreiche Firmen der Region beschäftigt. Bis Mitte 2016 laufen nun die Innenbauarbeiten. Dann erfolgt die Übergabe an die Luftbetriebsstaffel, die mit samt aller Technik anstatt an drei Standorten dann unter einem Dach vereint sein wird. „Die Flugplatzkontrolle, die An- und Abflugkontrolle mittels Radar und die dazugehörige Technik wird in dem Turm beheimatet sein. Im Stockwerk darunter sitzen die Wetterbeobachter, die uns jede Stunde mit aktueller Wetterprognose versorgen“, so Alexander Steybe, Leiter der Flugbetriebsstaffel. Kommodore Holger Neumann fügt an: „Als Nervenzentrale muss der Kontrollturm Verbindung halten mit uns Flugpiloten, aber natürlich auch nach München, um die Freigabe zu bekommen, wenn wir in den höheren Luftraum aufsteigen wollen. Dort laufen alle Informationen und Lagebilder zusammen, später auch Radarbilder, das ist alles im Tower untergebracht.“

Damit der Kontrollturm zum Einsatz kommt, fehlt noch ein entscheidendes Detail: Der Flugverkehr selbst. Denn gleichzeitig läuft auf dem Gelände eine weitere intensive Baumaßnahme, die Renovierung der Start- und Landebahn. Im Laufe des Sommers sollen die Eurofighter aber wieder von Lager Lechfeld nach Neuburg zurückkehren.