Sondersitzung zur „Causa Fastenmeier“

Ingolstadt (intv) Die Affäre rund um das Klinikum Ingolstadt sorgt für hitzige und teileise unsachliche Diskussionen. Vor allem zum Selbstmord des ehemaligen Geschäftsführers Heribert Fastenmeier und dessen Folgen melden sich die unterschiedlichsten Politiker und Juristen zu Wort. Gestern tagte hinter verschlossenen Türen der Aufsichtsrat des Klinikums. Heute Nachmittag hat sich der Ingolstädter Stadtrat deswegen zu einer Sondersitzung getroffen.

Es sind mehrere besonders schwere Fälle der Untreue, die die Staatsanwaltschaft dem verstorbenen Klinikumsgeschäftsführer zur Last legt.
Er soll Grundstücke des Krankenhauszweckverbands unter Wert verkauft, dafür aber Honorare oder Aufträge an nahestehende Personen über Wert vergeben haben. Erstmals beziffern die Anwälte die strafrechtlichen Schadensersatzansprüche in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Die Anwälte des Klinikums informierten heute Nachmittag die Stadträte in öffentlicher Sitzung über den Sachstand der Ermittlungen – und stellten klar: Der Aufsichtsrat habe das System der Regelverstöße nicht durchschauen können.

Das Klinikum hat intern Konsequenzen gezogen, beispielsweise mit der Doppelspitze Monika Röther und Andreas Tiete als gleichwertige Geschäftsführer.

Strafrechtlich wird die „Causa Fastenmeier“ fallen gelassen.
Die zivilrechtlichen Schadensersatzansprüche liegen allerdings deutlich höher, betonen die Anwälte, eine genaue Summe wollten sie öffentlich nicht nennen. Das zivilrechtliche Verfahren wird am Landgericht Ingolstadt fortgeführt.