Sommer im Frühling: gut und schlecht für die Landwirtschaft

Ingolstadt (intv) 28 Grad und Sonnenschein – auch heute haben wir in Ingolstadt den Sommer genossen. Gefühlt sind wir mitten drin in der heißen Jahreszeit. Für Abkühlung sorgen Gewitter, die gern lokalen Starkregen mit sich bringen. Ein Wetter, das den Landwirten nicht all zu gut gefällt.

Franz Wöhrl ist auf einem seiner Krautfelder unterwegs und lockert den Boden auf. Heute ist dafür ein guter Tag, denn es ist kein Starkregen angesagt. Starkregen verdichtet den lockeren Boden. Das Resultat: ein trockener, glatter und sehr rissiger Boden. Für das Gemüse nicht optimal. Zu viel Wasser ist für das Kraut gerade in der frühen Phase aber auch nicht gut.

„Mir wirds immer ganz schlecht wenn einer sagt, dein Kraut schaut super aus. Weil dann hat es viel Wasser gehabt“, sagt Wöhrl. Das Problem: bei Hitzephasen schaut das Kraut in der früh noch gut aus, am Nachmittag hängen aber die Blätter. Das Kraut bildet seine Wurzeln bis zu 3 Meter tief in den Boden. Dort kann es sich auch über lange Hitzephasen mit Nährstoffen versorgen. Hat es zu Beginn aber gleich genügend Wasser, ist das Gemüse faul und wächst gar nicht erst in die Tiefe.

Anders sieht es bei den Kartoffeln aus. Die Frühkartoffeln brauchen jetzt viel Wasser, um eine volle Knolle zu bilden. Und auch die anderen Sorten freuen sich über einen nassen Boden.

Wöhrl beobachtet, dass das Wetter extremer wird. Nach dem langen Frost konnte er seine Kartoffeln erst später als sonst setzen. „So spät waren wir noch nie dran. Ich hab aber, seitdem ich Kartoffeln anbaue, noch nie so früh geerntet wie heuer“, erzählt der Landwirt.

Beim Getreide sieht die Bilanz nicht so gut aus. Da hat die Trockenheit schon für Schäden gesorgt. „Abgerechnet wird aber erst bei der Ernte“, sagt Wöhrl. Bis dahin wird er sein Gemüse jeden Tag beobachten und wenn nötig auch bewässern.