So tückisch sind Windpocken

Ingolstadt (intv) Fast jeder hat sie mal gehabt. Windpocken sind ansteckend – und oft reicht schon ein Nieser, um die Erreger weiterzugeben. Die sogenannten Varizellen-Viren sind besonders widerstandsfähig und halten sich zäh in der Luft – daher der Name Windpocken. Im Jahr 2017 wurden auf Bundesebene mehr als 21.000 Windpocken-Erkrankungen gemeldet, in Ingolstadt zum Beispiel waren es 46.

Die Infektion mit dem Windpocken-Virus erfolgt über die Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum. Dort vermehrt es sich und überträgt sich auf die Mandeln und das lokale Lymphgewebe. Es befällt auch die weißen Blutkörperchen und verbreitet sich im Körper und in der Haut. Nach 14 bis 16 Tagen macht sich die Infektion mit vielen kleinen, juckenden Pusteln bemerkbar.

Mit Windpocken ist nicht zu spaßen, erklärt Kinderarzt Stephan von Landwüst: Bei einem Teil der Infizierten könne es zu einer Lungenentzündung oder auch zu neurologischen Komplikationen aufgrund einer Entzündung von Gehirn-Nerven-Gewebe kommen. Im späteren Alter können Windpocken-Viren, die im Rückenmark überdauern, sogar eine schmerzhafte Gürtelrose auslösen, so der Mediziner weiter.

Windpocken gelten als typische Kinderkrankheit. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können sich mit dem Virus anstecken, wenn sie die Erkrankung noch nicht hatten oder nicht entsprechend geimpft sind. Gerade in Kitas und Kindergärten ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, weil viele Buben und Mädchen auf engstem Raum zusammen sind. Deshalb legt der Mediziner Eltern ans Herz, ihre Schützlinge frühzeitig impfen zu lassen.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Für all jene, die sich schon mal mit den juckenden Pusteln herumärgern mussten: Wer Windpocken hatte ist immun – ein leben Lang.