So bunt ist Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Frühlingshaftes Wetter und die erste Dult des Jahres haben gestern viele Menschen in die Schrobenhausener Innenstadt gelockt. Doch nicht nur Kaffeetrinken und Shoppen waren angesagt. Ein Höhepunkt des Nachmittags war die Aktion „Schrobenhausen ist bunt“. Das Fest sollte eine deutliche Antwort der Bürger auf die Anti-Moschee-Kundgebung der Organisation ProBayern darstellen.

Zum Auftakt marschierte ein „Blasmusik-Flashmob“ durch die Innenstadt. Zahlreiche Musiker in bayerischer Tracht hatten sich dabei zusammengefunden. Angeführt wurde der Zug unter anderem von Landrat Roland Weigert (FW), Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) und der Sprecherin des Schrobenhausener Jugendstadtrates, Seyda Bektas. Viele türkische und deutsche Einwohner der Stadt schlossen sich an.

In der östlichen Altstadt gab es dann neben südländischen Trommelrhythmen auch Kundgebungen der Organisatoren. Mehrere hundert Menschen waren dazugekommen, die auf Kommando eine große Menge bunter Luftballons in den sonnigen Himmel stiegen ließen. „In Schrobenhausen gibt es über 60 Nationen, die seit vielen Jahren friedlich zusammenleben“, stellte Seyda Bektas heraus. Ein besonderer Gast war Neonazi-Aussteiger Manuel Bauer, der vor den Machenschaften rechter Gruppierungen warnte. Er sieht das Thema Fremdenhass auch in Schrobenhausen noch nicht ad acta gelegt: „Gerade auf Facebook gibt es viele Unterstützer von ProBayern, die sich nicht öffentlich outen wollen.“ Deshalb erachte er Aktionen wie das Fest für Toleranz als besonders wichtig.

Zum Abschluss bildeten die Bürger eine Menschenkette rund um den Schrobenhausener Stadtwall. „Das sind über 1.300 Meter“, rechnete Veranstalter Joachim Siegl vor, „also standen mindestens 500 bis 600 Menschen Hand in Hand“. Auch in Zukunft will der Verein Offene Türen für ein tolerantes Miteinander unterschiedlicher Kulturen in Schrobenhausen eintreten.