Sieben Jahre und sechs Monate für Messerattacke auf Ehefrau

Ingolstadt (intv) Sieben Jahre und sechs Monate Freiheitsentzug für Ercan K. – dieses Urteil hat heute die große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jochen Bösel verkündet. Das Landgericht Ingolstadt hat den 48-Jährigen des versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung für schuldig befunden. Ercan K. hat seine Ehefrau im vergangenen Jahr auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier mit einem Messer niedergestochen und dabei schwer verletzt. Dabei habe der Angeklagte zielgerichtet und bewusst gehandelt und tödliche Verletzungen seiner Ehefrau billigend in Kauf genommen, so Jochen Bösel. Das Mordmerkmal der Heimtücke liege deshalb eindeutig vor. Landgerichtsvizepräsident Bösel hat die Tat als Ende eines lang andauernden Beziehungskonflikts beschrieben. Am Tatabend wollte sich Ercan K. bei seiner Frau für vorausgegangene Streitigkeiten entschuldigen. Doch Bakiye K. hat ihn in aller Öffentlichkeit abgewiesen. Daraus ergibt sich für die Vorsitzenden das Motiv: Ercan K. fühlte sich nach Ansicht der Richter zutiefst verletzt und gekränkt. Der Angeklagte sei nach Hause gefahren und habe sich bewusst dafür entschieden, mit einem Messer wieder zu kommen, so Richter Jochen Bösel. Verteidiger Reinhard Kotz hat bereits angekündigt, in Revision zu gehen.