Seltener Ausbildungsberuf im Portrait

Ingolstadt (intv) „Das Schönste für Kinder ist Sand. Ihn gibt´s immer reichlich, er rinnt unvergleichlich zärtlich durch die Hand.“ So dichtete einst Joachim Ringelnatz über den Naturstoff Sand. In der Region um Pleinfeld nördlich von Weißenburg wird er noch heute abgebaut. Und damit das auch in Zukunft so bleibt, sorgt die Firma Pleinfelder Quarzsand für Nachwuchs und bildet erstmalig einen Aufbereitungsmechaniker Sand und Kies aus. In Person von Felix Reichart – er kann von Berufs wegen her im Sandkasten für Erwachsene spielen. Dass sein Berufswunsch in diese Richtung tendiert, hat er schon früh gewusst: „Ich war mit 10 Jahren natürlich ein richtiger Baumaschinenverrückter und mein Vater hat mal angefragt, ob ich hier mal mit Willis Radlader fahren darf. Und seitdem will ich den Beruf lernen und steh heut auch hier, weil es mir wirklich viel Spaß macht, im Sand zu spielen sozusagen“, so der 17-jährige Azubi.

Der Quarzsand wird in Georgensgmünd und in Pyras nahe Hilpoltstein gewonnen, sowohl durch Trocken-, als auch durch Nassabbau mittels Saugbagger. Nach der Vorsortierung gehts über Förderbänder ab in die Waschanlage. In zwei Schwertrübesortierern wird der Quarzsand in mehreren Waschvorgängen von Schlamm und Holz befreit. Alles unter dem wachsamen Augen von Azubi und Ausbilder. 70 bis 80 Tonnen Sand werden hier jährlich gewonnen. Die Körnungen reichen von null bis vier Millimetern. Der Sand wird in der Industrie, aber auch im Freizeitsektor verwendet. Bei der Firma Pleinfelder Quarzsand ist Felix der erste Auszubildende dieser Sparte, denn er lernt den Beruf in all seinen Facetten von der Pike auf. „Der Aufbereitungsmechaniker ist deshalb so selten, weil er eigentlich erst seit 2006 von der Regierung als offizieller Ausbildungsberuf anerkannt und das Berufsbild erstellt wurde. Früher war der Vorgängerberuf, der Sandabbauer, ein Erfahrungsberuf mit der Natur und dem Sandabbau umzugehen und das wird jetzt punktuell in diesem Ausbildungsberuf gelehrt“, erklärt Ausbilder Thomas Pawlicki.

Während seiner dreijährigen Ausbildung schnuppert Felix in verschiedene Bereiche des Sandabbaus hinein, auch Geologie und Chemie stehen auf dem Stundenplan. Im Labor nimmt er Stichproben und erstellt eine sogenannte Sieblinie per Kornverteilungsanalyse. So kontrolliert er die Qualität des Sandes. Eine Ausbildung mit Übernahmegarantie. Ausbilder Thomas Pawlicki plant ihn bereits ins feste Team mit ein, er soll später eine Stelle im Sandwerk übernehmen. „Er muss das Material begreifen, verstehen, denn Sand ist nicht gleich Sand. Er muss sich mit den verschiedenen Körnungen auskennen.“ Noch ist Felix 17 Jahre alt, ans Steuer des Schaufelbaggers darf er also noch nicht, nächstes Jahr im Juni steht ihm dann auch dieser Teil der Ausbildung offen: „Wenn ich 18 bin, darf ich dann auch mal mit dem Bagger oder Radlader fahren, darauf freue ich mich schon seit langem.“