Schule im Kongo, Turnhalle in Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Geturnt wird bereits seit Anfang des Schuljahres, doch heute kamen die Mädchen mal nicht in Sportkleidung – dafür alle zusammen. Rund 700 Schülerinnen der Maria-Ward-Realschule haben sich mit ihren Lehrkräften in der neuen Turnhalle an der Rot-Kreuz-Straße in Schrobenhausen eingefunden. Schulleiterin Petra Schiele begrüßte ihre Schützlinge und brachte die Freude über das Großprojekt zum Ausdruck. „Wir haben jetzt endlich eine Doppelturnhalle mit Mensa-Bereich, Platz für Ganztagesklassen und einer großen Außenanlage.“ Diese muss jedoch noch fertiggestellt werden; die offizielle Einweihung des Geländes ist für März geplant.

Die Kosten für die Baumaßnahme in Höhe von knapp 7 Millionen Euro trägt das Schulwerk der Diözese Augsburg. Die Stadt Schrobenhausen hat einen Zuschuss von 600.000 Euro zugesagt und erhält dafür Nutzungsrechte für städtische Veranstaltungen. Der Abriss der alten Turnhalle, die an derselben Stelle stand, fand im Januar und Februar 2014 statt, Spatenstich war wenige Wochen später. In der neuen Sporthalle mit angegliederter Mensa und Großküche sehen auch viele Schülerinnen einen Vorteil: „Wir müssen jetzt nicht mehr im Konzertsaal essen“, freut sich Sechstklässlerin Lisa-Marie. Ihre Klassenkameradin Antonia weiß die zahlreichen Sportmöglichkeiten zu schätzen, „zum Beispiel mit den Ringen und Seilen“.

Anlass des heutigen „Morgenkreises“ war die Fertigstellung eines weiteren Neubaus: Im Kongo (Zentralafrika) konnte nun eine Schule errichtet werden, die mit Spendenmitteln der Schrobenhausener Mädchenrealschule finanziert wurde. Über 21.000 Euro haben die Schülerinnen im Lauf der vergangenen drei Jahre durch verschiedene Aktionen gesammelt. Darunter waren eine CD-Produktion mit selbst gesungenen Liedern, ein Konzert oder ein Theater-Auftritt auf dem Schrobenhausener Weihnachtsmarkt. „Und wir haben Märchenbücher selbst geschrieben und an unsere Verwandten verkauft“, erinnert sich Neuntklässlerin Yvonne, die sich von Anfang an für die Aktion eingesetzt hat. In diesem Sommer nun war es soweit – eine Abordnung der Maria-Ward-Schule, darunter Direktorin Petra Schiele, durfte die neue Dorfschule von Kizela besichtigen. „Die Menschen waren wahnsinnig freundlich und haben uns reich beschenkt“, so Schiele. Nun geht es an den Innenausbau – denn es fehlen noch Tische und Bänke. Auch dafür wollen die Schrobenhausener Schülerinnen weitere Geldmittel auftreiben.