Schüler als Kuratoren – Ausstellung im Armeemuseum

Ingolstadt (intv) 2014 ist ein besonderes Jahr für alle Historiker. Denn vor genau 100 Jahren ereignete sich die oft betitelte „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“: der Ausbruch des 1. Weltkrieges. Anlass für viele Museen, dieses wichtige Kapitel deutscher Geschichte aufzugreifen. So auch das bayerische Armeemuseum. Hier schlüpften jedoch 32 Schüler in die Rolle der Kuratoren. Auf freiwilliger Basis nehmen die 9. bis 11.-Klässler an dem Geschichtsprojekt teil. In Kooperation gestalten Schüler des Katharinen-Gymnasiums und der Ludwig-Fronhofer-Realschule eine Sonderausstellung im Armeemuseum. In sieben Gruppen eingeteilt, zu Themen wie dem Reservelazarett II am Hauptbahnhof bis hin zum Kriegsoffiziersgefangenenlager Fort Prinz Karl. Hier, am äußeren Festungsgürtel nordöstlich von Ingolstadt, war auch Charles de Gaulle Kriegsgefangener.

„Der Fokus soll hier der Erste Weltkrieg in Ingolstadt sein, wie war das hier bei uns in der Heimatregion. Gerade die Heimatgeschichte vermittelt einen besonderen Zugang zur Geschichte für Schüler. Ein Beispiel: Das Reservelazarett II, in diesen Hallen waren bis zu 2.000 schwerstverwundete von allen Fronten untergebracht“, erläutert Maximilian Schuster, Geschichtslehrer an der Fronhofer-Realschule.

Den Zugang zum Thema 1. Weltkrieg hat Nicole Horst über die Kunst gefunden. Sie ist in der Gruppe, die sich mit Gemälden auseinandergesetzt hat, die während des Krieges entstanden sind. Als sie im Oktober 2013 angesprochen wurde, bei dem Projekt mitzumachen, hat die geschichtsbegeisterte Schülerin sofort zugestimmt: „Man erfährt auch viel von den Hintergründen abseits vom Schulstoff. Und man lernt auch, wie Ausstellungen in Museen entstehen. In die Abläufe bekommen wir jetzt einen Einblick, dass man zum Beispiel mit den Leuten aus dem Archiv telefoniert um Bilder zu bekommen.“

Die Stoffsammlung ist aber nun zu Ende. Jetzt gestalten die Schüler in den Ferien das Armeemuseum. Gemeinschaftlich werden Stellwände trapiert und über die Gestaltung diskutiert. Die teils originalen Ausstellungsstücke stammen aus dem Depot oder sind Leihgaben. „Die Schüler dürfen mit den Objekten umgehen, sie in Vitrinen anordnen, haben auch Übersetzungen von Feldpostbriefen angefertigt. Sehr, sehr viele Kompetenzen, die die Schüler erwerben sollen, werden durch das Projekt außerhalb der Schule weiter ausgebaut“, so Schuster.

Am Montag, den 23. Juni 2014 wird die Sonderausstellung im Armeemuseum dann offiziell eröffnet. Sie ist bis zum 1. September für Besucher zugänglich.