Schrobenhausen stimmt für schnelle Flüchtlingshilfe

Schrobenhausen (intv) Er reißt nicht ab, der Flüchtlingsstrom nach Bayern: Täglich kommen derzeit mehrere hundert Menschen aus Krisengebieten wie Syrien, Somalia oder Bosnien in den Freistaat. Die Notunterkünfte in vielen Großstädten sind bereits hoffnungslos überfüllt. Darum sollen jetzt auch kleinere Kommunen helfen, den Flüchtlingsstrom besser zu verteilen. Schrobenhausen hat der Regierung von Oberbayern spontane Hilfe zugesagt – gestern Abend entschied der Stadtrat über einen Eilantrag.

Demnach könnten bereits in den nächsten Tagen bis zu 50 Flüchtlinge in Schrobenhausen untergebracht werden. Als Erstaufnahmelager habe man eine leerstehende Produktionshalle auf dem Gelände der Brunnenhof Dienstleistungen GmbH in Mühlried im Visier, so Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU). Dabei müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, zum Beispiel die Bereitstellung sanitärer Einrichtungen oder eines Speiseraums. „Details müssen wir noch klären, es handelt sich auch definitiv nur um eine vorübergehende Situation“, sagte das Stadtoberhaupt gegenüber intv. Die Stadträte plädierten einstimmig dafür, schnelle Hilfe bereitzustellen.

Brunnenhof-Geschäftsführer Josef Dauer selbst hatte den Vorschlag gegenüber Landrat Roland Weigert (FW) und Schrobenhausens Sozialreferentin Inge Eberle (CSU) gemacht. „Wir sind seit über 20 Jahren ein Sozialunternehmen und helfen schwer vermittelbaren Menschen egal welcher Herkunft“, so Dauer. Die zur Verfügung stehende Halle habe inklusive angrenzender Büroflächen etwa 600 Quadratmeter.

Kein Schnellschuss in Sachen Obdachlosenheim

Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um eine ähnliche Problematik: Der Stadt fehlen adäquate Obdachlosenunterkünfte, wie Vertreter der Caritas jüngst kritisierten. Daraufhin wurden in den vergangenen Monaten mehrere Gebäude inspiziert und auf Tauglichkeit geprüft. Für das ehemalige Jugendheim am Bürgermeister-Stocker-Ring wurde ein Sanierungskonzept entworfen, die Kosten würden sich auf rund 300.000 EUR belaufen. Vertreter der SPD plädierten auf einen dahingehenden Beschluss. Man wolle sich jedoch für die sanierungsbedürftige Stadthalle, die in direkter Nachbarschaft zu dem Gebäude liegt, keine Erweiterungs- oder Neubau-Option verbauen, argumentierte die CSU-Fraktion, und forderte eine erneute Vertagung der Entscheidung. Dem schlossen sich insgesamt 17 von 23 Stadträten an.

Rainerauspange und Stadtgarten kommen 2015

Für die bereits beschlossene Umgehungsstraße „Rainerauspange“ vergab der Stadtrat Aufträge für Straßenbauarbeiten und Erstellung einer Lärmschutzwand. Die Gesamtkosten von etwa 2,5 Millionen Euro werden im Haushalt 2015 veranschlagt. Bereits im Frühjahr soll unterdessen der geplante Stadtgarten „In der Lachen“ Gestalt annehmen. Künstler Richard Gruber stellte in der Sitzung seinen Entwurf für einen Brunnen mit Bronzefiguren und Wasserspiel vor. Finanziert wird das Objekt durch den Förderverein Freunde der Schrobenhausener Museen.

Gute Nachrichten gibt es schließlich noch für Freunde des Weihnachtsshoppings: An den Adventssamstagen 2014 werden in der Innenstadt keine Parkgebühren erhoben. Den Antrag der Stadtmarketinggenossenschaft segneten die Stadträte einstimmig ab.