Schlaumäuse erobern Grundschule Schrobenhausen

Schrobenhausen (intv) Wer Sprache beherrscht, ist klar im Vorteil – das weiß jedes Kind. Trotzdem gibt es in Deutschland viele Menschen, die nicht lesen oder schreiben können. Schon in der Schule scheitern viele Kinder und Jugendliche an der deutschen Sprache, vor allem Menschen mit Migrationshintergrund sind betroffen. Das Projekt Schlaumäuse will dem entgegenwirken. Heute hat die bundesweite Bildungskampagne einen Zwischenstopp an der Schrobenhausener Franziska-Umfahrer-Grundschule eingelegt.

Dabei bekam die Schule ein Tablet mit einem Programm überreicht, das von Microsoft in Kooperation mit dem Förderverein für Jugend und Sozialarbeit erarbeitet wurde. „Es handelt sich bei den Schlaumäusen um eine Lernspielsoftware, die den Kindern spielerisch das Herangehen an die deutsche Sprache näherbringt“, erklärt Medienpädagogin Aileen Duchale von der Entwicklerfirma Helliwood. Die Hauptrolle spielen zwei animierte Figuren, die Schlaumäuse Lette und Lingo, denen die Kinder beim Lösen von Aufgaben helfen müssen. Inger Paus, Leiterin des gesellschaftlichen Engagements bei Microsoft Deutschland: „Die Kinder bringen sich in Zweier-Teams das Spiel nahezu selbst bei und brauchen kaum Anleitung der Pädagogen“.

Die kostenlose Software ist seit über 10 Jahren erhältlich und wurde bereits an 11.000 Kindertagesstätten und Grundschulen in Deutschland abgegeben. Mittlerweile hat das Programm mehrere Auszeichnungen wie den Deutschen Bildungsmedien-Preis „digita“ und das „Comenius EduMedia Siegel“ erhalten. „Da steckt viel Gehirnschmalz dahinter“, befand heute Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl (CSU), der den Schrobenhausener Kindern beim Ausprobieren über die Schulter schaute.

Flüchtlingskinder in Sprachintensiv-Klasse

In den Genuss des digitalen Sprachkurses sollen in erster Linie die Kinder der Schrobenhausener Asylbewerber kommen. Seit diesem Schuljahr gibt es an der Grundschule eine Sprachintensiv-Klasse, in der Kinder zwischen 6 und 9 Jahren vereint sind. Die Mädchen und Buben kommen aus Afghanistan, Syrien, Albanien, dem Iran oder anderen Krisengebieten. „Sie haben bei ihrer Ankunft null Sprachkenntnisse“, so Schulleiterin Jutta Reichel-Holz. Rund 15 Stunden Sprachtraining pro Woche erhalten die Kinder. „Ich wohne in Schrobenhausen, ich bin sieben Jahre alt“, kann Neda aus Afghanistan mittlerweile in perfektem Deutsch sagen. Von der Schlaumäuse-Software erhofft sich die Schule nun weitere Erfolge. „Die Kinder sollen möglichst schnell mit ihren gleichaltrigen Kameraden kommunizieren können, denn nur so gelingt Integration“, sagt Reichel-Holz.