Samuraischwert-Prozess: Bewährungsstrafe für Komplizen

Ingolstadt (intv) Es ist ein Fall, der im Februar vergangenen Jahres für jede Menge Schlagzeilen gesorgt hat. Vier Männer brechen in das Haus eines Manchingers ein, bewaffnet mit Baseballschlägern und Elektroschocker. Das Opfer wehrt sich mit einem Samuraischwert und fügt den Einbrechern schwere Schnittverletzungen zu. Einer der vier Männer wurde heute zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Ameet S. hat das Urteil ohne große Regung aufgefasst – obwohl er während des gesamten Prozesses immer wieder beteuerte, nichts von der geplanten Tat gewusst zu haben.
Fest steht aber: Der britische Staatsangehörige hat am 26. Februar vergangenen Jahres seine drei Komplizen von Geisenfeld nach Manching gefahren – am Überfall selbst war der Kneipenbesitzer nicht beteiligt. Die Frage, ob der Angeklagte im Vorfeld vom Raubüberfall gewusst hatte, konnte das Gericht nicht endgültig klären. Richter Thomas Denz betonte in seiner Urteilsbegründung aber, nicht 100 Prozent von seiner Unschuld überzeugt zu sein. Denn bei seinen Aussagen log der 35-Jährige immer wieder, vor allem wollte er dabei seinen Komplizen Andre B. schützen, der bereits vorbestraft ist. Während Staatsanwalt Jürgen Staudt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung gefordert hatte, fiel das Urteil des Landgerichts aber etwas milder aus. Hoch angerechnet wurde Ameet S., dass er seinem Komplizen das Leben gerettet hat – er hat ihn nach dem Überfall schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ameet S. hat nun – dank der Bewährungsstrafe – die Möglichkeit, von Geisenfeld wieder in sein Heimatland England zu ziehen, wo derzeit seine Frau und sein dreijähriger Sohn leben.