Safety first: Fahrsicherheitstraining speziell für Motorräder

Neuburg a.d. Donau (intv) Die Frühlingssonne hat uns in den letzten Tagen ausgiebig verwöhnt und allmählich werden auch die schweren Maschinen wieder aus dem Keller geholt und entstaubt. Die Motorradsaison beginnt in diesen Tagen und leider erreichen uns im Zuge dessen immer wieder Meldungen von schweren Verkehrsunfällen mit beteiligten Kradfahrern. Um dem entgegenzuwirken gibt es Fahrsicherheitstrainings speziell für Motorräder. Dazu haben sich Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aufs Bike geschwungen. Denn sie wollen die Straße erobern – aber gesund ankommen. Dafür lernen die sechs Teilnehmer beim Motorradtraining ihren Feuerstuhl ganz genau kennen. Nach dem Theorieteil in der Kaserne geht es ab auf die Maschine und auf den Trainingsparcour, den Hubschrauberlandeplatz. Von BMW bis Dukati ist an heißen Öfen alles vertreten. Für einige ist es das erste Fahrtraining nach der Fahrschule, Soldat Tom Herzog nimmt bereits zum achten Mal teil. Den sicheren Umgang auch bei Gefahrensituationen zeigt Bundeswehrfahrlehrer Egon Möller. „Das ist einer der Gründe, warum wir Motorradfahrer ein deutlich höheres Risiko haben bei Unfällen und die Folgen oftmals so schwerwiegend sind, weil kein Blech, keine Sicherheit um uns herum vorhanden ist. Der vorausschauende Fahrstil, der siebte Sinn, den man braucht, ist natürlich für den Motorradfahrer die Unfallversicherung Nr. 1“, erklärt Möller.

Den siebten Sinn wollen die Soldaten heute schärfen. Im Slalom geht es mal einhändig, mal im Stehen um die Hütchen. Saftey first: Von Kopf bis Fuß sollte der Motorradfahrer mit der richtigen Schutzkleidung ausgestattet sein: Lederkluft mit Protektoren, das passende Schuhwerk, Helm und Handschuhe bieten den optimalen Schutz. „Und die ich auch dementsprechend tragen sollte, auch bei den kürzesten Fahrten, damit wenn mal was passiert, und das ja gerade immer auf den Hausstrecken der Fall, die Folgen so gering wie möglich gehalten werden.“

Ob mit Vollgas oder ganz langsam auf der Teststrecke, Hauptsache die Teilnehmer bekommen wieder ein Gefühl für die Maschine und lernen deren Grenzbereich kennen. Die ersten Gefahrenbremsungen und Ausweichmanöver sind noch etwas zögerlich, aber nach ein paar Runden legen sich die Zweiradfans dann schon etwas weiter in die Kurve. Stürze auf dem Übungsparcour sind eher die Ausnahme, so Peter Schulz von der Kreisverkehrswacht Neuburg. Der Verein organisiert regelmäßig solche Trainings, auch für Pkw. Die Kooperation mit der Bundeswehr besteht seit gut 20 Jahren. Wer nun Lust bekommen hat, seine Maschine besser kennen zu lernen – Gruppen oder Einzelpersonen können sich jederzeit bei der Verkehrswacht Neuburg (http://verkehrswacht-nd-sob.de/) für ein Fahrsicherheitstraining anmelden.