Russischer Höhepunkt des Konzertvereins

Ingolstadt (intv) Trotz der politischen Dissonanzen angesichts der Unruhen auf der Krim ist ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Deutschland und Russland durchaus möglich. Das stellte das Moskauer Sinfonieorchester im Konzert mit der Hamburger Solistin Kathrin ten Hagen im Festsaal des Stadttheaters klanggewaltig unter Beweis. Der Konzertverein konnte das international renomierte Ensemble zum ersten Mal nach Ingolstadt holen – keine Selbstverständlichkeit, betont Eva-Maria Atzerodt, 1. Vorsitzende des Konzertvereins: „Ein so großes Orchester zu verpflichten, ist mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Wobei man sagen muss, dass man die Sinfonieorchester aus dem Osten immer noch günstiger bekommt, als zum Beispiel ein Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Deshalb greifen wir gern auf Angebote dieser Art zurück, um unseren Abonnenten auch Orchester dieser Größenordnung bieten zu können.“

Die Beliebtheit großer Orchester macht sich auch bei den Besucherzahlen bemerkbar. So sitzen an diesem Abend etwa 900 Zuhörer im Festsaal, circa 300 mehr, als beispielsweise bei Kammermusikdarbietungen. Publikumsmagnet ist sicherlich auch Violinsolistin Kathrin ten Hagen, die sich mit ihrer Guarneri-Geige bereits Rang und Namen erspielt hat. Nach dem überaus virtuosen Violinkonzert von Sergei Prokofjew gibt sie als Zugabe einen Satz aus der C-Dur Sonate von Johann Sebastian Bach zum Besten. „Ich interpretiere das als geschickten Schachzug, dass sie als kühle Hamburgerin einen deutschen Komponisten nach all der Emotionalität der Moskauer hintenanstellt.“

Bei einem derart harmonischen Zusammenspiel der Kulturen bleibt nur zu hoffen, dass die Moskauer nicht das erste und letzte Mal in Ingolstadt zu Gast waren.