Rundgang mit Handicap

Schrobenhausen (intv) Schrobenhausen soll barrierefrei werden. Das hat sich die Stadt im Rahmen der bevorstehenden Innenstadtumgestaltung vorgenommen. Heute Vormittag waren Menschen mit Handicap dazu aufgerufen, an einer Innenstadtbegehung teilzunehmen. Dabei sollten Schwachstellen im Stadtgebiet ausfindig gemacht werden.

Rund 40 Bürgerinnen und Bürger hatten sich zu dem Rundgang zusammengefunden. Die Teilnehmer hatten so ziemlich alles dabei, was an irgendeine Form von Handicap erinnert: Rollatoren, Rollstühle, Kinderwagen und Blindenstöcke. Auch Bürgermeister Karlheinz Stephan (CSU) testete den Hindernis-Parcours: „Ich bin mit einem Rollator über das Kopfsteinpflaster gegangen und hatte eine Brille, die zehn Prozent Restsehfähigkeit simuliert“. Man erhalte auf diese Weise ganz andere Eindrücke von der Innenstadt, sagte der Bürgermeister.

Die Leidtragenden kennen das schon lange. „Das Pflaster auf Gehwegen und Fahrbahnen ist überall gleich, als Blinder fühlt man da keinen Unterschied“, bemängelt Helga Zech, Bürgerin mit Sehbehinderung. Rollstuhlfahrerin Simone Weiher wünscht sich nicht nur eine Änderung des Belags, sondern auch möglichst wenige Stufen an den Geschäften.

Die Ergebnisse der heutigen Begehung sollen nun direkt in die Bauplanungen einfließen, so Stadtplaner Emil Lehner: „Es war sehr informativ, und wir können daraus einiges entwickeln.“ Zunächst soll ein Testabschnitt eingerichtet werden. Nach positivem Feedback durch die Bürgerinnen und Bürger werden die Baumaßnahmen dann im Juli oder August auf die komplette südliche Lenbachstraße ausgeweitet.