Ruhestörung und nächtliche Schreie

Eichstätt (intv) Schlaflose Nächte, laute Schreie und immer wieder Polizeiaufgebot. Die Lage in der Abschiebehaft Eichstätt hat sich in den vergangenen Monaten zunehmends verschärft. Immer mehr Menschen, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, gehen auf die Barrikaden und fordern Lösungen für die Probleme. Genau deshalb hat die Eichstätter Organisation „tun.starthilfe für flüchtlinge“ gestern Abend zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Dabei wurde schnell deutlich: Die Eichstätter sind nicht auf Konfrontation aus, ganz im Gegenteil: Sie wollen Hintergründe erfahren, um die Inhaftierten besser zu verstehen. Die Flüchtlinge bleiben im Schnitt sechs Wochen in der Abschiebehaft. Ein Tag kostet ca. 100 Euro pro Person – wer sein Erspartes auf der Flucht mitgenommen hat, der hat nach dem Aufenthalt in der Abschiebehaft kein Geld mehr. Außerdem gibt es für die Flüchtlinge keinen Pflichtanwalt, Rechtsbeistand müssen sie selbst finanzieren. Hinzu kommt, dass ein geregelter Tagesablauf komplett fehlt. Damit es in Zukunft etwas ruhiger wird, sollen Nachts die Fenster in einzelnen Zellen geschlossen bleiben.