Rückzieher in Hagenhill

Altmannstein (intv) Auf dem Blog der linksgerichteten Gruppe La Resistance war die Tage ein Bericht über einen Bewohner des Dorfes Hagenhill bei Altmannstein zu lesen. Auf dessen Grundstück soll er zwei Rollen Nato-Stacheldraht an Pfählen befestigt haben, auf einem Schild ist „Betreten Verboten“ zu lesen, sowie ein Schriftzug auf Englisch und Arabisch. Mittlerweile ist der Druck aber zu groß geworden, der Zaun ist wieder weg. Ein paar Schilder stehen aber noch.

Wir kündigen uns im Rathaus Altmannstein an. Elisabeth Riegler ist Koordinatorin des Helferkreises Altmannstein und im Bauamt tätig. Trotz ihres großen Engagements für Flüchtlinge kann sie auch das Vorgehen des Hagenhiller Bürgers verstehen: „Es sind sehr viele Sorgen da von Bürgern, die natürlich auch in die Zukunft schauen: Wie wird das später mal mit Rente, mit Sozialleistungen. Das ist ja alles noch nicht geklärt, eigentlich eine regelrechte Welle, die da auf uns zurollt. Freilich war’s übertrieben. Bürgermeister Norber Hummel hat auf ihn eingewirkt. Und die Zäune sind ja jetzt wieder abgebaut.“

Für Riegler ein einzelner Vorfall, denn sonst glänzt Altmannstein mit vorbildlicher Flüchtlingsarbeit, bietet Integration in Schulen und Vereinen. Die mittlerweile 96 Asylbewerber werden dezentral untergebracht, und von knapp 100 Helfern betreut, quasi eine Quote von 1:1. „Auch die Bewohner in Hagenhill sind bemüht, sie haben Fahrräder für die Flüchtlinge organisiert, die Jugendlichen spielen mit ihnen zusammen Fußball, dort hat sich ein eigener Helferkreis gegründet und inzwischen hat der so einen Zuspruch gefunden, dass der mehr Helfer als Flüchtlinge hat“, zählt Riegler auf.

Schon in absehbarer Zeit sollen etwa 70 weitere Flüchtlinge nach Altmannstein und den zugehörigen Ortsteilen kommen. Dann hoffentlich ohne Stacheldrahtzäune.