Rosinenballett und weitere Wasser-Wunder

Schrobenhausen (intv) Anlässlich des jährlichen Weltwassertages am 22. März haben sich Schülerinnen der Maria-Ward-Mädchenrealschule in Schrobenhausen dem kostbaren Element auf naturwissenschaftliche Weise genähert. Bei einem Projekttag am Freitag demonstrierten die Neuntklässlerinnen ihren jüngeren Mitschülerinnen eine Reihe von physikalischen und chemischen Experimenten.

So haben Sarah Roch und Katharina Brucklachner einen Strauß weißer Schnittblumen in farbiges Tintenwasser gestellt. „Die Blume transportiert das Wasser bis zur Blüte“, erklärt Katharina. Deshalb haben sich die Adern der Blütenblätter rot, blau oder lila gefärbt. „Ein perfektes Geschenk zum Muttertag“, freut sich Sarah.

Auch die Oberflächenspannung des Wassers untersuchten die Schülerinnen. „Gibt man Spülmittel hinzu, sinkt unser Papierschiff“, zeigt Anna Singbartl. Ihre Klassenkameradinnen Julia Krabler und Sabrina Effner haben das gleiche Phänomen mittels einer schwimmenden Büroklammer erkundet.

Sabrina Mall und Romy Schmidt konnten mit einem „Rosinenballett“ für staunende Gesichter sorgen. „Kohlensäure bildet Bläschen, die die Rosinen vom Boden des Glases nach oben treiben“, erklärt Sabrina. An der Oberfläche platzen die Bläschen, woraufhin die Weinbeere wieder nach unten tanzt.

„Der diesjährige Tag des Wassers stand unter dem Motto Wasser und Energie“, so Chemielehrer Christian Reil, der mit seiner neunten Klasse die Versuche durchgeführt hat. Direktorin Petra Schiele freut sich über den Eifer der jungen Forscherinnen: „Ein praxisnaher Aktionstag bringt mehr als stundenlanges theoretisches Lernen“. Die Schulleiterin ist selbst bekennender Wasserfan; jeden Tag beginnt sie traditionell mit einem Glas frischem Leitungswasser. „Außerdem habe ich den Schülerinnen einen Wasserspender zur Verfügung gestellt“, so Schiele.

125 Liter Trinkwasser verbraucht jeder Europäer durchschnittlich pro Tag. Rechnet man das Wasser dazu, das für die Produktion von Nahrung, Kleidung, Konsumwaren oder Energie benötigt wird, so kommt man sogar auf 5.000 Liter pro Einwohner täglich. Fast jeder siebte Erdenbürger hat hingegen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser. „Wir hier in Bayern natürlich schon“, fügt der Chef der Schrobenhausener Stadtwerke, Thomas Schneider, hinzu. In der Lenbachstadt werden aus sechs Brunnen täglich zwischen 2,5 und 3 Millionen Liter gefördert.

Nicht nur die Qualität des bayerischen Trinkwassers ist vorbildlich. Im Freistaat ist Wasser im bundesweiten Vergleich auch sehr günstig. Vergangenes Jahr kostete der Kubikmeter im Schnitt 1,45 Euro – in Berlin zahlt man fast 2,20 Euro.