Rettet die Rehkitze vor Landmaschinen: Jäger lassen Hunde suchen

Feilenmoos (intv) Sie kann es kaum erwarten: Mit einem riesigen Satz springt Anka aus ihrem Käfig und dreht sofort erste Runden. Die Jagdhündin ist eine von vier Tieren, die Hans Scharl in seinem Bus hierher gebracht hat. Die Tiere sollen dem Hundefachwirt dabei helfen, Leben zu retten. Das Leben von kleinen Rehkitzen, die momentan von den Muttertieren im hohen Gras der Wiesen „abgelegt“ werden, wie die Jäger sagen. Diese Kitze liegen im hohen Gras und sind dort kaum zu sehen. Auch nicht von Bauern, die ihre Wiese mit großen Landmaschinen mähen müssen. Die Rehkitze sind vollkommen ihrem Instinkt ausgeliefert – und der sagt ihnen, liegen zu bleiben, sobald Gefahr droht. Deshalb flüchten sie nicht, auch wenn sie den Traktor des Bauern hören. Im Gegenteil: Sie pressen sich noch tiefer ins Gras, in der Hoffnung nicht entdeckt zuwerden. Selbst für die Jagdhunde ist es schwierig, diese Kitze zu finden. Denn die Natur hat den Jungtieren kaum Eigengeruch mitgegeben. Der entwickelt sich erst später. „Es kann durchaus sein, dass ein Fuchs einen Meter neben den Kitzen durchs Gras läuft und die Jungtiere nicht entdeckt“, erklärt Hubertus Grabmair. Der stellvertrenden Kreisvorsitzznede der Jägervereinigung um Landkreis Pfaffenhofen appelliert deshalb an die Bauern, ihren Jagdpächtern zwei bis drei Tage vor der Mahd Bescheid zu geben, damit die Wiesen mit Hunden oder auch Infrarotgeräten nach Rehkitzen im hohen Gras abgesucht werden können.