Totschlagsprozess : Weitere Zeugen vernommen

Ingolstadt (intv) Helmut P. wurde am 13. August vergangenen Jahres in seiner Wohnung in der Ingolstädter Hollarstraße mit einer Flasche niedergeschlagen und anschließend erwürgt. Allerdings nicht mit den Händen, sondern der Täter drückte den Rentner mit dem Unterarm oder dem Knie sein volles Körpergewicht gegen den Kehlkopf. Es dauerte wohl acht bis zehn qualvolle Minuten bis Helmut P. starb.

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt legt diese Gewalttat Heinz Josef M. zur Last.  Seit Mitte Oktober muss sich der 64-Jährige vor dem Landgericht verantworten, er schweigt bisher zu den Vorwürfen.

Heute am vierten Verhandlungstag wurden weitere Zeugen vernommen.

Eine Aushilfsbedienung in einem Lokal Am Pulverl sagte aus, dass sie den Angeklagten, Heinz Josef M. am Tag der Tat gegen 17 Uhr im Biergarten bedient habe. Eine Brotzeit und ein Bier habe er bestellt. Sie erinnere sich deshalb so genau an hin, weil er ein Tattoo hatte, das nicht gerade sauber gestochen war. Er sei völlig unauffällig gewesen. Diese Version bestätigte die Chefin der Gaststätte bereits in einer Vernehmung bei der Polizei.

Außerdem wurden mehrere ehemalige Arbeitskollegen von Heinz Josef M. vernommen. Bei einem stand er Ende April 2012 überraschend vor der Tür. Man hätte geratscht und Heinz Josef M. hatte behauptet, dass ihm am Flughafen das Gepäck gestohlen worden wäre und dass er im Moment beim Opfer Helmut P. wohne, aber morgen nach Hause fliege.

Alle Befragten zeichneten mehr oder weniger das gleiche Bild des Angeklagten. Er habe einen etwas heruntergekommenen Eindruck gemacht. Immer wieder tischte er die Geschichte mit dem abhanden gekommenen Gepäck und dem finanziellen Engpass auf. So auch den alten Bekannten, die er zufällig beim Fischerstechen getroffen hatte.

Es scheint, als ob Heinz Josef M. auf der Suche nach einer Unterkunft und einer Finanzspritze gewesen wäre. Auch in einer Kfz-Werkstatt in der Manchinger Straße tauchte er um den Tatzeitraum herum auf. Der Inhaber und Heinz Josef M. kennen sich seit mehr als 30 Jahren. Doch ohne um etwas zu bitten, verschwand er nach fünf Minuten wieder. „Es ging ihm dreckig, er hätte Hilfe gebraucht“, so der Eindruck des Zeugen heute vor Gericht.

Der Prozess wird am Donnerstag 21. Oktober fortgesetzt.