Rekordklau: Aichacher und Dachauer Burschenvereine stibitzen Mega-Maibaum

Hohenwart (intv) 18 Minuten. In dieser kurzen Zeit haben die Burschenvereine aus Randelsried-Asbach und Sielenbach den größten Maibaum Deutschlands geklaut. Und zwar von einem Hof in Englmannsberg bei Hohenwart. Momentan liegt das gut 60 Meter lange Prachtstück eine Ortschaft weiter, eisern bewacht von den stolzen Maibaumdieben.

Es ist ein Rekordklau. So schnell waren die geübten Langfinger bei einem Beutezug noch nie. Die Auslöse-Verhandlungen ziehen sich dagegen. Der Eigentümer, ein Hotelbesitzer aus Bremerhaven, ist natürlich alles andere als glücklich. Er wollte den Baum bei sich an der Nordsee aufstellen. Als Auslöse bietet er den rund 50 Maibaumdieben einige Liter Freibier an. Für den größten Maibaum Deutschlands, wie ihn der Eigentümer selber nennt, muss aber schon etwas mehr springen, finden die Jungs.

„Unsere Forderung war, zwei Nächte in dem Hotel zu nächtigen. Den Bustransport zum Hotel und dann noch ein Fest mit freiem Essen und Trinken. Alles andere zahlen wir selber. Aber das hat der Eigentümer abgeblockt.“, erzählt Kilian Bayer vom Burschen- und Mädchenverein Randelsried-Asbach.

Beide Burschenvereine sind wahre Profis im Maibaumklau. Für diesen Diebeszug haben sie allerdings das erste Mal zusammenarbeiten müssen.

„Weil des ein mortz Zusammenhalt ist und es das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Es ist natürlich auch ein Kick, wenn wir den Baum irgendwo leise aus einer Ortschaft rausholen und dann die Auslöse bekommen. Man will ja auch das Brauchtum nicht aussterben lassen.“, erklärt Kilian Breitsameter vom Sielenbacher Burschenverein.

Und um den Brauch geht es den Jungs. Solange sie sich nicht mit dem Eigentümer einigen können, bewachen sie ihre Beute weiter. Und sollte sich der Hotelbesitzer am Ende sogar weigern, dann versteigern die Burschen den Mega-Maibaum für einen guten Zweck.