Rehkitzrettung per Drohne

Eichstätt (intv) Etwa eine halbe Million Wildtiere fallen jedes Jahr in Deutschland landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer. Zum Beispiel Rehkitze. Die verstecken sich im hohen Gras vor ihren Feinden. Gegen ein Mähwerk haben die Tiere aber meistens keine Chance. Rechtzeitig zum Saisonbeginn bringen der Bayerische Jagdverband und die Firma geo-konzept eine neue Technologie auf den Markt. Die soll den Landwirten helfen, Wildtiere im Feld frühzeitig zu erkennen. Die Rettung kommt aus der Luft.

Eine Drohne rettet Leben. So ist zumindest der Plan des neuen Kitzrettungssystems. Mit einer Kamera kann der Landwirt sein Feld auf Tiere absuchen, die sich möglicherweise im Gras verstecken. So soll verhindert werden, dass der Landwirt das Tier mit dem Mähwerk erwischt.

Das Problem ist – Kitze flüchten nicht. Früher haben die Landwirte die Tiere beim Mähvorgang noch eher gesehen und rechtzeitig eingreifen können. Heute sind die Mähwerke bis zu 14 Meter lang. Da alles zu sehen, was sich im Gras versteckt, ist unmöglich.

Es geht aber nicht nur um Rehkitze, betont Vocke bei der Vorstellung des Systems am Donnerstag in Adelschlag. Auch andere Tiere sind der Gefahr der Mähwerke ausgesetzt. Vögel, die in den Feldern ihre Eier ausbrüten, Kibitze, Rebhühner oder Fasanen zum Beispiel.

Bei den Landwirten kommt die neue Technik gut an. Die Nachfrage ist enorm. Kein Wunder, denn die Landwirte sind nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, dafür zu sorgen, dass möglichst keine Tiere den landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer fallen. Mit dem Kitzrettungssystem gibt es laut Vocke eine Ausrede weniger.

Die Drohne kann fast bei jedem Wetter aufsteigen. Nur starken Regen mag sie nicht. Die Wärmebildkamera braucht Temperaturunterschiede. Deshalb sollten Landwirte am besten in den Morgenstunden ihre Felder überwachen. In 20 Minuten kann die Drohne über 10 Hektar abfliegen. In Bayern sind die meisten Felder nicht größer als vier Hektar. Für die Landwirte ist das neue System also eine gute und zeitsparende Möglichkeit, das Leben so mancher Wildtiere zu retten.