Rede zur Einheit Deutschlands: Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ingolstadt

Ingolstadt (intv) Um den Tag der Deutschen Einheit gebührend zu feiern, lädt die Stadt Ingolstadt seit 1997 jährlich eine bekannte Persönlichkeit ein, eine Rede zur Einheit Deutschlands zu halten. In diesem Jahr, in dem auch die evangelischen Christen das 500-jährige Reformationsjubliäum feiern, ist Landesbischof und Ratsvorsitzender der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (EKD), Professor Doktor Heinrich Bedford-Strohm der Einladung gefolgt.

Erste Station für den Landesbischof ist natürlich ein Empfang im historischen Saal des alten Rathauses. Das goldene Buch wartet schon auf den Eintrag von Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Vor 500 Jahren wäre so ein wichtiger Mann der evangelischen Kirche nicht so herzlich in Ingolstadt empfangen worden, wie am Abend des 02.10.2017. Schließlich war Ingolstadt die Stadt der Gegenreformation und des Fundamentalkatholizismus, so Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU).

Noch bis in die 60er Jahre machte die Ingolstädter Gesellschaft Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken. Diese Zeit liegt glücklicher Weise hinter uns. Und da finden sich auch die Parallelen zwischen dem Reformationsjubiläum und dem Tag der Deutschen Einheit.

Zweite Station für den Landesbischof: Das Lechner-Museum. Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm legt den Menschen nahe, sich daran zu erinnern, welches rießen Geschenk die Freiheit – vorallem die Freiheit in der Einheit Deutschlands – ist.  Der Ratsvorsitzende der evangelisch-lutherischen Kirche fordert in seiner Festrede mehr Zusammenhalt und Respekt von den Bürgern in Deutschland, damit die Grundorientierungen, die das Land stark gemacht haben, wieder an Kraft gewinnen. Der Titel der Rede: Freiheit und Verantwortung. Im reformatorischen Sinn bedeutet „frei sein“ mehr, als dass man zwischen verschiedenen Optionen wählen kann oder unabhängig von anderen Menschen ist.  „Freiheit heißt zum einen, dass ich durch meine innere Kraft, die ich von Gott bekomme, meinem Gewissen folgen kann, meinen Überzeugungen treu sein kann, Zivilcourage zeigen kann, und vor äußeren Autoritäten nicht einknicken muss -Martin Luther damals vor dem Kaiser konnte dies bewähren – zum Anderen heißt Freiheit nicht, dass ich mich nicht um die anderen kümmern muss, sondern Freiheit bedeutet immer auch Dienst am Nächsten.“, erklärt Bedford-Strohm.

Nächstenliebe – eine Eigenschaft von der wir – geht es nach Bedford-Strohm- gerade in der heutigen Zeit im Angesicht der weltpolitischen Lage ganz viel brauchen.