Raser fährt Frau auf B13 tot: Überraschende Wende vor dem Landgericht

Ingolstadt (intv) Er war mit mehr als 185 Stundenkilometern unterwegs und hat eine Frau tot gefahren.
Dieser tragische Unfall hat sich vor zwei Jahren auf der B13 bei Ilmmünster ereignet. Das Amtsgericht in Pfaffenhofen hat den Raser bereits zu eineinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt – schuldig wegen fahrlässiger Tötung. Der Angeklagte hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, in der Hoffnung eine mildere Strafe zu erreichen. Nun beschäftigt sich das Landgericht Ingolstadt mit dem Fall.

Eigentlich hätte dort heute bereits ein Urteil fallen sollen. Auch in zweiter Instanz war eine Bewährungsstrafe nahezu undenkbar, schließlich soll der Raser laut Gutachten einige Stunden vor dem Unfall Cannabis konsumiert haben. Doch es kam alles anders. Denn der Verteidiger des 24-jährigen Angeklagten hat unerwartet einen Antrag gestellt. Dabei hat er auf eine US amerikanische Studie verwiesen. Diese besagt, dass bei starkem Gewichtsverlust einer Person im Fettgewebe eingelagerte THC Werte freigesetzt werden – falls die Person in der Vergangenheit Cannabis konsumiert hat.
Weil der Angeklagte über Jahre intensiv gekifft hat und zehn Kilo abgenommen hat, treffe diese Studie auf ihn zu, so der Verteidiger. Falls Richter Konrad Kliegl die Studie anerkennt, könnte dem 24-Jährigen der Cannabiskonsum am Unfalltag nicht nachgewiesen werden.
Eine überraschende Wende in einem Prozess, bei dem die Karten für den Angeklagten jetzt wohl wieder neu gemischt werden. Die Verhandlung wird in zwei Wochen fortgesetzt.