Prozessauftakt: Vergewaltigung und Körperverletzung

Ingolstadt (intv) Vergewaltigung, schwere Körperverletzung und Diebstahl. Dies sind die Anklagepunkte gegen einen 29-jährigen nigerianischen Asylbewerber mit Wohnsitz in Dasing, gegen den heute der Prozess vor dem Landgericht Ingolstadt begonnen hat. Im Mai 2013 soll er eine Bekannte in deren Zimmer in einer Asylbewerberunterkunft in Neuburg vergewaltigt und verletzt haben. Nachdem er überraschend bei ihr aufgetaucht war, hat sie ihm, auf Anraten einer Freundin hin, erlaubt bei ihr zu übernachten. Gegen zwei Uhr nachts kam er laut Anklage zu ihr ans Bett und verlangte von ihr Geschlechtsverkehr. Als sie sich weigerte holte er ein Messer und zwang sie damit, mit ihm zu schlafen. Dabei verletzte er sie mit dem Messer am Oberschenkel. Zudem fügte er ihr Bisswunden in der rechten Gesichtshälfte und an der Hand zu. Nach der Tat habe er ihr noch einen USB-Surfstick und 50 Euro gestohlen, so der Staatsanwalt.

Der Angeklagte widersprach dem geschilderten Tathergang vor Gericht. Hatte er bei seiner Polizeivernehmung noch ausgesagt, das mutmaßliche Opfer habe während des gemeinsamen, einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs plötzlich nicht mehr gewollt, er jedoch wollte den Akt noch beenden, so widersprach er dem heute. Er habe dies nie gesagt, eine falsche Übersetzung sei Schuld an dieser Aussage. Auch seiner früheren Aussage, dass er sich am Bahnhof vor der Polizei versteckt habe, widersprach er heute. Das mutmaßliche Opfer habe ihn stattdessen sogar zum Bahnhof begleitet.

Seiner heutigen Schilderung nach hatten der Angeklagte und das Opfer einvernehmlichen Sex. Eine Bissspur, die er im Gesicht des mutmaßlichen Opfers hinterlassen hat, sei bei einem missglückten Kussversuch entstanden. Den Biss an der Hand habe er nicht zu verantworten und auch die Schnittwunde am Oberschenkel der Geschädigten will er nicht verursacht haben. Er gab dafür zu, das T-Shirt der Frau zerrissen zu haben, als sie sich um einen USB-Surfstick stritten, der von seinem Geld gekauft worden sei. Die 50 Euro, die er sich aneignete, habe er nicht gestohlen, sondern sich nur ausgeliehen, so der Angeklagte.

Am Nachmittag kam auch noch das mutmaßliche Opfer und eine Zeugin zu Wort. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Bericht zur Fortsetzung des Prozesses am 14. Januar.

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