Prozessauftakt: Alt-OB Lehmann sagt vor Gericht aus

Ingolstadt (intv) Die Vorwürfe gegen ihn seien absolut haltlos: Am Donnerstag hat Ingolstadts Alt-Oberbürgermeister Alfred Lehmann Stellung bezogen. Er stand das erste Mal vor Gericht und zeigte viel Herzblut in seiner Rede. Der Prozess: einer, den viele mit Spannung erwartet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue und Bestechlichkeit vor. Insgesamt 16 Verhandlungstage sind angesetzt.

Im März 2018 hat das Landgericht Ingolstadt die Anklage erhoben. Ein Jahr später kommt es zum Prozess. Der Vorsitzende Richter Jochen Bösl und seine Beisitzer hatten im Vorfeld viel zu tun. Auf ihrem Schreibtisch: Berge von Akten, auch die aus dem Fall Fastenmeier.

Dementsprechend lange wartete auch Ex-OB Lehmann auf seinen Prozess. An Tag eins konnte er sich nun endlich selbst erklären. In einer teils vorformulierten Rede zeigte sich Lehmann kämpferisch. Knapp 15 Minuten sprach er rhetorisch gewandt, wie man ihn kennt. Gegen Ende noch ein paar persönliche Worte: die letzte Zeit sei sehr schwierig für ihn gewesen.

Mit ihm angeklagt: zwei Bauunternehmer. Der Vorwurf: Sie hätten bei zwei Bauvorhaben unkorrekt gehandelt.

Gegenstand der Ermittlungen: Wohnungen in der Hildegard-Knef-Straße 9 und der Bauplatz auf dem Areal des alten Stadtkrankenhauses, wo auch Lehmanns Privatwohnung ist. In der achtseitigen Anklageschrift beschuldigt ihn die Staatsanwaltschaft, sich als Amtsträger einen finanziellen Vorteil verschafft zu haben. Außerdem habe er in zwei Fällen seine Befugnis, über fremdes Eigentum zu verfügen, missbraucht.

Am Freitag geht die Verhandlung weiter. Im Verlauf werden dann knapp 50 Zeuginnen und Zeugen zur Sache angehört. Das Urteil wird am 10. Mai erwartet.