Prozess wegen Messerattacke auf Freundin fortgesetzt

Ingolstadt (intv) Er soll im Drogenwahn seine Freundin mit einem Messer schwer am Hals verletzt haben. Heute wurde am Landgericht Ingolstadt der Prozess gegen Christian O. fortgesetzt. Dabei sagten auch die Nachbarn aus den umliegenden Wohnungen aus. Sie hörten Geräusche wie von einem Kampf und kurz darauf die Hilferufe einer Frau. Als die Nachbarn von Christian O. und Christine F. nachsehen was los ist, finden sie Christine aus einer Wunde am Hals blutend im Hausflur. „Mein Freund wollte mich umbringen“, so die Aussage des Opfers gegenüber den Nachbarn. Dieser zeigte gegenüber den Zeugen aber keinerlei Aggressionen, wirkte auf diese eher geschockt und auffallend ruhig. Er wollte sich seine Schuhe anziehen, erzählte eine türkische Nachbarin. Sie habe ihn daraufhin aufgefordert sich hinzusetzten bis die Polizei kommt, weil sie dachte, er wolle das Haus verlassen. Dies Tat Christian O. Auch und lies sich dann von den eintreffenden Polizisten anstandslos verhaften.

Die Mutter des Opfers sagte aus, ihre Tochter habe schon einmal einen Freund mit Drogenproblemen gehabt. Als dieser verstorben sei hatte Christine ihr versprochen mit den Drogen aufzuhören, so die sichtlich aufgewühlte Frau. Aufhorchen lies auch ihre Aussage, ihre Tochter habe schon einmal ihren Führerschein verloren, nachdem sie bei Waldsassen in eine Polizeikontrolle geriet. Die Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth liegt direkt an der Grenze zu Tschechien, einem Land in dem es bekanntlich sehr leicht ist an Crystal Meth zu kommen. Dies ist die Droge, die ein forensischer Toxikologe in Blutproben des Opfers und des mutmaßlichen Täters aus der Tatnacht feststellen konnte. Interessant war dabei, dass Christine wesentlich mehr unter Drogeneinfluss stand als Christian. Dessen Mutter wusste scheinbar lange nichts von dessen Drogenkonsum. Erst im Dezember 2013 wurde es offensichtlich, als ihr Sohn und dessen Freundin, die zu dieser Zeit bei ihr wohnten, durch die Einnahme von Drogen paranoide Züge zeigten. Sie meinten, jemand wäre im Haus und hatten Angst, so die Mutter. Sie lies ihren Sohn daraufhin von Polizisten ins Klinikum bringen. Zwei Wochen später entließ sich Christian von dort jedoch selbst und zog mit Christine zu deren Mutter, da die Mutter des Angeklagten die junge Frau nicht mehr bei sich haben wollte. Kurz darauf zogen die beiden in eine eigene Wohnung in Ingolstadt, wo sich auch die Tat ereignete.

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.