Protest gegen Stromtrasse

Eichstätt (intv) Unten protestiert das Volk, oben tagen die Entscheidungsträger – das klassische Klischee allerdings lässt sich auf die Demonstration vor dem Landratsamt in Eichstätt nicht anwenden. Obschon schon der Tagungsort, der Spiegelsaal der ehemaligen Fürstbischöflichen Residenz vom Prunk feudalen Zeiten zeugt, basiert der Protest auf der Straße auf dem urdemokratische Demonstrationsrecht. Mit Trommeln und Trillerpfeifen wandten sich gestern Abend 150 Bürger gegen die geplante Gleichstromtrasse, die vor allem landschaftlich wertvolle Bereiche des Landkreises durchquert. Die Demo wurde kurzfristig organisiert, weil sich Bayerns Energieministerin Ilse Aigner angekündigt hatte. Als Gast des Bund der Katholischen Unternehmer nahm sie in ihrer Ansprache auch kurz Bezug auf die Trassengegner, eine Basta-Politik, wo von oben bestimmt wird was zu geschehen habe gebe es in Bayern nicht, deshalb sei der Protest in Ordnung sagte sie. Bekanntlich will die Bayerische Staatsregierung alle drei Stromtrassen, also auch die Ost-Süd-Linie von Sachsen-Anhalt nach Schwaben auf ihre Notwendigkeit überprüfen lassen. Sympathie für den Protest dürfte auch so mancher Zuhörer gehegt haben- zwar zielte das Tagungsthema „Christliche Werte und Führungskultur“ eher auf Entwicklungen in der Wirtschaftswissenschaft, die Erhaltung der Natur und des menschlichen Lebensraums steht im Kanon der christlichen Soziallehre obenan.

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