Projekt Ringtausch: Alle an einem Tisch

Neuburg (intv) Es ist für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen das größte Investitionsprojekt der kommenden Jahre. Die Rede ist vom sogenannten „Ringtausch“, an dem sich die Paul-Winter-Realschule, das Sonderpädagogische Förderzentrum sowie das Berufsschulzentrum beteiligen. Ziel ist es, die Raumnot so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen, denn die Schulen platzen mittlerweile aus allen Nähten. Gestern haben sich erstmals alle Beteiligten an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam ihre Erwartungen und Wünsche hervor zu bringen.

Mit dem Neubau der Paul-Winter-Realschule steht und fällt das Projekt „Ringtausch“ in Neuburg. Denn dadurch kann das Sonderpädagogische Förderzentrum in das alte Gebäude der Realschule ziehen. Das wiederum bedeutet mehr Platz für das Berufsschulzentrum, das in die Förderschule nachrückt. Der Standort für die neue Realschule steht bereits seit einiger Zeit fest – das Gebäude soll im Westen der Stadt am Kreuter Weg entstehen. Seit Ende Februar wird allerdings über ein alternatives Grundstück direkt neben dem ursprünglich angedachten Platz diskutiert. „Ein Mitglied der CSU-Stadtratsfraktion hat die Frage aufgeworfen, ob das Grundstück daneben auch in Frage kommen würde.“, so Landrat Roland Weigert.

Die Grundstücksdiskussionen – nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn beim Ringtausch handelt es sich um ein Mammutprojekt mit vielen Beteiligten. Und die haben sich gestern erstmals zum „Arbeitskreis Schule“ getroffen, um ihre Erwartungen und Wünsche zu äußern. „Der Prozess muss endlich in Gang kommen. Wir haben bereits zu viel Zeit verloren. Wir brauchen ein Gremium, das das Projekt nach vorne bringt. Das ist mein wichtigstes Anliegen.“, erklärt Fritz Füßl, Leiter des Berufsschulzentrums in Neuburg.

Viele Neuburger Schüler sind aufgrund von Platzmangel seit Jahren in Containern untergebracht – und das soll sich so schnell wie möglich ändern. Der gemeinsame Dialog soll beim Ringtausch deshalb im Vordergrund stehen. Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Entscheidungsträgern und vor allem dem Architekt ist dabei die Voraussetzung. Auch die Schulfamilien müssen gemeinsam an einem Strang ziehen.

Fest steht: Bis zum fertigen Neubau ist es noch ein langer Weg. Denn wenn alles gut geht, steht die geplante Realschule im Jahr 2020. Kein Grund für die Kreisräte, über erste Gestaltungsdetails wie die Nutzung von heimischen Materialien oder lichtdurchflutete Räume zu diskutieren – und das, bevor die Grundstücksfrage endgültig geklärt ist.