Projekt Ärmelkanal: Von der Couchpotatoe zum Leistungsschwimmer

Neuburg/Unterhausen (intv) Es ist ein Wagnis, bei dem bereits mehrere Menschen ihr Leben gelassen haben. Dennoch will der Unterhausener Justizfachwirt Jürgen Schenke den Versuch wagen, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Seit dreieinhalb Jahren bereitet sich der 50-Jährige körperlich und mental darauf vor, Strömung und Wellen der Nordsee trotzen. Nun naht der große Tag. Im Zeitraum vom 9. bis 14. Juli wird Jürgen Schenke bei guten Wetter- und Wasserbedingungen in Dover starten, neben vier anderen waghalsigen Ärmelkanalschwimmern. Sein Ziel: Die französische Küste bei Calais. Seit dreieinhalb Jahren trainiert er bereits, so wie heute am Weicheringer See. Der Gedanke, dieses Abenteuer anzupacken, kam dem Neuburger ganz spontan: „Ich war im Bürostuhl gesessen und da ist es mir durch den Kopf geschossen. Es war einfach eine spontane Idee. Ich war so der richtige Couchpotatoe, ich habe auch das Rauchen aufgehört von einem Tag auf den anderen, von jetzt auf gleich. Das waren mehr als 180 Grad“, erinnert sich Jürgen Schenke.

Sein Begleitboot in Dover mietet er breits 2012 an. 32 Kilometer liegen zwischen den beiden Küsten, Schenke stellt sich auf eine Schwimmzeit von 14 bis 16 Stunden ein. Von Personaltrainer bis zur ärtzlichen Begleitung, einige waren auf Schenkes Weg zum Langstreckenschwimmer dabei, mit an Bord darf aber nur seine Frau. Sie wird ihn vom Beiboot aus verpflegen und stärkt ihm den Rücken, wenn die Arme schwer werden. „Es ist insoweit gefährlich, dass es eine ewig lange Strecke im Meer ist. Für einen untrainierten Normalbürger überhaupt nicht machbar. Zum einen was das Schwimmen angeht, zum anderen was die Bedingungen im Wasser angeht, Strömung, Wellen etc. Das muss man alles abwägen. Aber es gibt jederzeit die Möglichkeit zu sagen, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr.“

Diese Option kommt für den Unterhausener allerdings nicht in Frage. Er hofft mit seinem Projekt Ärmelkanal auch andere anzustecken und zu motivieren. Die kuriose Situation zum Schluss: Wenn Schenke die französische Küste erreicht hat, bleibt wenig Zeit für Jubel. Nach kurzer Verschnaufspause muss er aufgrund der französischen Einreisebestimmungen zurück zum Boot schwimmen, das ihn dann nach Dover zurückbringen wird.

Wir sind gespannt, ob uns Mitte Juli Freudenschreie aus Dover und Unterhausen erreichen und wünschen viel Glück!

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