Premiere von „Traumwandler“ im Ingolstädter Stadttheater

Ingolstadt (intv) „Scheiße, wo ist meine Hose?“. Schon der erste Satz in der Theateraufführung „Traumwandler“ macht klar, dass es sich hier nicht um klassisches, sondern jugendliches Theater handelt. Die Aufführung des diesjährigen Jugendkultursommers in Ingolstadt ist frei nach Motiven aus William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, in dem es an derber Sprache auch nicht mangelt. Bei der Premiere im Stadttheater ging es gestern aber vor allem um eines: Die Liebe und all die Verwirrungen, die sie stiftet.

Das zunächst mit 80 Schülern geplante Theaterprojekt wurde gestern letztlich sogar mit 90 Jugendlichen aufgeführt. Wer Chaos erwartet hat,  irrte sich, denn die Choreographien waren gut einstudiert. Perfekt mussten sie jedoch nicht sein, wie uns Regisseurin Eos Schopohl erklärte. Sonst würde zuviel von dem Lebendigen, das die Kinder ausmacht, verloren gehen.

Nicht nur die Lebendigkeit, sondern auch die Vielseitigkeit der jungen Darsteller wurde in der Aufführung zur Geltung gebracht. So spielten viele der Jugendlichen nicht nur eine Rolle. Umgekehrt wurde eine Rolle aber auch mehrfach besetzt. So gab es das Liebespaar Hermia und Lysander gleich mehrfach.

Traumwandler ist ein integratives Theaterprojekt. Von Gymnasium bis zur Förderschule sind alle Schularten vertreten. Ziel des Projektes ist es, die Kinder der unterschiedlichen Schulen miteinander in Kontakt zu bringen und sie zusammen agieren zu lassen, so dass auch Freundschaften außerhalb der eigenen Schulart entstehen. Auch Schüler aus Förderschulen waren bei der Aufführung mit dabei und wurden perfekt integriert. Das Projekt „Traumwandler“ ist somit auch ein gelungenes Beispiel für Inklusion.

Nicht nur Jugendliche verschiedener Schularten, sondern auch aus verschiedenen Ländern haben durch das Projekt zusammengefunden. So waren an der Aufführung auch Schüler aus Ingolstadts Partnerstädten Carrara, Murska Sobota und Györ dabei. Ihnen hat, wie sie gegenüber intv berichteten, die Zusammenarbeit mit den deutschen Schülern sehr viel Spaß gemacht, so dass sie auch gerne wieder kommen wollen.

Neben neuen Freundschaften haben die Schüler durch das Theaterprojekt auch Selbstbewusstsein gewonnen. So war vielen vorher noch nicht klar, was für Tanz- und Gesangstalente in ihnen stecken.

Wer Lust bekommen hat, die Aufführung zu sehen, kann diese noch am 24. und 25. Juli jeweils um 20 Uhr im Ingolstädter Stadttheater besuchen.

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