Politiker im Rollstuhl

Pfaffenhofen (intv) Wie fühlt sich das Leben in zwanzig Jahren an? Ein Ausflug in die eigene Zukunft ist nicht nur Thema vieler Bücher und Filme. Mittlerweile kannn dies jeder selbst erleben. In einem Spezialanzug, der die körperlichen Einschränkungen simuliert, die das Alter mit sich bringt. Schwere Gewichte ziehen Arme und Beine nach unten. Jede Bewegung damit strengt an. Durch eine Spezialbrille sieht man wesentlich schlechter als in Wirklichkeit. Die Ohren stecken unter einem Kopfhörer, der viele Frequenzen nicht mehr durchlässt. „Gerd“ nennt man den Altersanzug, mit dem die Aktion Mensch auch in Pfaffenhofen Passanten einen Einblick in die Welt ihrer Mitmenschen bietet – und zwar ganz konkret, am eigenen Leib. Vier Hilfsorganisationen haben den Aktionstag in Pfaffenhofen ermöglicht. Dort stiegen auch der Bürgermeister und einige seiner Stadträte in Rollstühle. Damit bewegten sie sich dann durch die gesamte Stadt und mussten dort verschiedene Aufgaben lösen. Aufgaben, die auf zwei Beinen kein Problem sind. Wohl aber, wenn man sich nur im Rollstuhl fortbewegen kann. So musste der Bürgermeister zum Beispiel auf eine Busfahrt verzichten. Ganz einfach deshalb, weil noch jemand im Rollstuhl auf den Stadtbus angewiesen war. Dort passen zwei Rollstühle aber nicht nebeneinander. Auch wenn die Busse von der Verwaltung eigentlich so bestellt waren.